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Kormorankrieg am Bodensee


Bild: SWR/Hollenbach
?Bekriegen sich Berufsfischer und Naturschützer tatsächlich wegen einer Vogelart??, mag man sich fragen, wenn man vom ?Kormorankrieg? hört. Nun sind die drastischen Konsequenzen des Interessenskonflikts am See allein der Phantasie der beiden Drehbuchautoren Matthias Dinter und Xaõ Seffcheque zu verdanken. Es beruht aber auf Tatsachen, dass am Bodensee genauso wie an den nördlichen Küsten oder in Gegenden mit vielen Fischteichen immer wieder Diskussionen um die Kormoranpopulationen aufflammen. Die im Laufe des 20. Jahrhunderts selten gewordene Vogelart stand in den 70er Jahren als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste. Aufgrund von Bruterfolgen wurde ihr Schutzstatus in den folgenden Jahren zurückgestuft, bis er 1996 deutschlandweit als ?nichtgefährdet? eingeschätzt wurde, weil die Bestände stark zugenommen hatten. Kormorane ernähren sich von Fischen, die sie mit Geschick und Ausdauer und sogar unter Wasser jagen. In den Augen von Bodenseefischern wie auch der Teichwirtschaft an Binnengewässern, ist diese Konkurrenz mit schuld an der Abnahme der Fischbestände. Und gefährdet damit die Existenz der Fischer, deren Netze sie im Übrigen mit ihren Schnäbeln zerstören. Berufsfischer fordern deshalb immer wieder, die Tiere zu vertreiben und den Abschuss zu erlauben, was Naturschützer vehement ablehnen. In deren Augen sind das Ansteigen der Kormoranzahlen sowie die Brutstätten am Bodensee ein begrüßenswerter Erfolg des Naturschutzes und ein Zeichen für ausreichend hohe Fischbestände.

Umwelt- und Vogelschutzverbände verweisen darauf, dass die Fischbestände und damit der Ertrag des Fischfangs abnähmen, weil Gewässer wie der Bodensee in den letzten Jahren nährstoffärmer geworden seien. Gerade am Bodensee hat infolge der weitreichenden Umweltschutzaktivitäten der letzten Jahrzehnte die Wasserqualität enorm zugenommen. Fürchtete man noch zu Beginn der 80er Jahre, dass der See umkippen könnte, ist er heute durch Gewässerschutzmaßnahmen regeneriert und wird zur Trinkwassergewinnung für Süddeutschland und die Schweiz genutzt. Da der See mit besserer Wasserqualität wieder zu seiner natürlichen Nährstoffarmut zurückfand, werden die Fische im See nicht mehr so groß, die Erträge der Fischer gehen zurück.

Der Untersee ist ein EU-Vogelschutzgebiet, deshalb bedarf es für Vertreibungsmaßnahmen einer Sonderregelung. Im August 2008 erließ das Regierungspräsidium Freiburg auf Antrag der Berufsfischer zum vierten Mal eine Ausnahmegenehmigung für den sogenannten Vergrämungsabschuss in begrenzten Gebieten am Untersee. Damit dürfen zwischen September 2007 und April 2008 einzelne Vögel abgeschossen werden, um weitere Ansiedlung zu vermeiden.

SWR-Pressemappe


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