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Heute ist der: 19.11.2019. --> Bis heute wurden 1122 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Widersprüchliche Meinungen zum zehnjährigen Jubiläum der Kölner Teams"

Sylvia Staude bezieht sich am 6.10.07 in der ?Frankfurter Rundschau" auf das 10jährige Jubiläum der Kölner Mordkommission:

?Ein Polizeikollege wird erschossen aufgefunden, und bald darauf erklärt ein Mann des nachts im Radio, er sei der Mörder. Die Jagd beginnt. Annika Kuhl macht als Moderatorin etwas zu oft Schlafzimmeraugen, Claudia Michelsen ist eine kühle Sender-Chefin, Brigitte Zeh als schwangere Freundin des Erschossenen fast durchscheinend vor Trauer. Für sie, aber auch für die Gefühle anderer nimmt sich Regisseur Torsten C. Fischer Zeit, Stefan Cantz und Jan Hinter haben das melancholisch-verhaltene Jubiläums-"Nachtgeflüster" geschrieben. Ganz nebenbei muss Schenk die Party für seinen Kollegen organisieren (mit der singenden Blondine), und weil er das heimlich tut, glaubt Ballauf bald, Freddy habe eine Affäre. Nach zehn Jahren sollte er ihn nun wirklich besser kennen."

Peter Luley schreibt am 6.10.07 im ?Spiegel":

?"Kacke, alte verdammte", schimpft Freddy Schenk, als er beim Aussteigen aus dem Dienstwagen in Hundekot tritt. "Was'n los", fragt sein Kollege Max Ballauf von der Fahrerseite aus. "Na, Kacke, alte verdammte, hab' ich doch gesagt", gibt Schenk zurück, während die beiden sich auf den Weg zum Inspizieren einer Leiche machen, die in einem Auto unter einer Brücke gefunden wurde. Als sich herausstellt, dass es sich bei dem Toten um einen Polizeiobermeister handelt, stößt er den Satz gleich noch einmal hervor: "Kacke, alte verdammte."
Der etwas bemüht wortwitzige Dialogeinstieg in den "Tatort: Nachtgeflüster" lässt den Zuschauer früh vermuten, dass es sich beim 37. Fall des Kölner Kriminalduos Ballauf/Schenk womöglich nicht um den besten der beiden handeln könnte. Tatsächlich drückt einen das Drehbuch von Stefan Cantz und Jan Hinter im weiteren Verlauf der Handlung nicht gerade vor Spannung in den Fernsehsessel. (...)
Die von Torsten C. Fischer inszenierte Story bietet Episodenrollen für Claudia Michelsen als quotenfixierte Radio-Managerin, für Annika Kuhl ("Dr. Psycho") als Moderatorin Melissa und für Oliver Bröcker ("Kinderspiele") als eifrigen Redaktionspraktikanten. Sie dient als Folie für viele "Nachtfalke"- und "Einsamer Wolf"-Klischees sowie diverse Postkarten-Kameraeinstellungen mit dem Dom vor funkelnder Großstadtkulisse. Nur leider bildet sie nicht wirklich den wünschenswerten würdigen Rahmen für das zehnjährige Dienstjubiläum, das Ballauf und Schenk respektive ihre Darsteller Klaus J. Behrendt, 47, und Dietmar Bär, 46, an diesem Sonntag begehen.
Im Lauf der Jahre allerdings ließ die Frequenz, mit der heiße Eisen angepackt wurden, ein wenig nach. (...)
In diesem Sinne: Zum Jubiläum nur die besten Wünsche - und für die Zukunft möglichst viele gute, relevante Bücher. Auch wenn Freddy Schenk demnächst Opa wird: Nur nicht altersmilde werden, die Herren! Oder volkstümlicher gesagt: ruhig mal wieder auf die Kacke hauen!"

Christian Buss ist von der Jubiläumsfolge wenig begeistert. Er schreibt am 6.10.07 in der ?taz":

?Einen besseren Fall als "Nachtgeflüster", ein schwerfällig konstruiertes Mörderrätsel aus der Medienwelt, hätte man Bär und Behrendt für ihren Jubeltag (...) gewünscht. Immerhin zeichnen sich der Runde und der Rustikale durch ihre Solidität aus. Radikaler Formwille und gediegene Städteimpressionen, politische Aufklärung und possierliche Imbissplauderein gingen in den 37 Kölner Folgen der letzten Dekade meist wirklich gut zusammen oder wechselten einander ab. Erstaunlich, wie viel journalistischen Input die Macher zuweilen ins Täterrätsel schleusen konnten.
Dass nun ausgerechnet der versierte Krimiregisseur Thorsten C. Fischer am Jubiläums-"Tatort" scheitert, führt vor Augen, wie schwierig es ist, Dynamik und Relevanz in eine Story zu bringen, die vor allem auch der Ehrung der Ermittler dienen soll. (...) "Nachtgeflüster" (Buch: Stefan Cantz, Jan Hinter) hat (...) weder Brisanz noch Spannung. (...)
Doch all die angelegten Aspekte über die Medienwelt und ihre Sensationsmechanismen bleiben unausgeleuchtet. So diffus die Erzähllinie ist, so überzeichnet kommen die Charaktere daher - von der ruchlosen Radio-Geschäftsführerin über die philosophierende Moderatorin bis zum devoten Praktikanten. Wer so beflissen Kaffee holt, muss was auf dem Kerbholz haben.
Trotz all der Impressionen, in denen das nächtliche Köln so schwarz und geheimnisvoll schimmert wie New York in den schönsten US-Krimis, bleiben die Stadt und ihre Menschen seelenlos. Schauderhaft, aber so sind Jubiläen wohl nun mal."

Auch Petra Treiber von der ?Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" blickt am 5.10.07 auf zehn Jahre Ballauf und Schenk zurück:

?Neben heiklen Fällen diktierte oft auch Zwischenmenschliches das Geschehen
Essen. Zehn Jahre ist es her, dass das Kölner Duo Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) erstmals in einem "Tatort" ermittelte. Zehn Jahre, die das Team oft zu den Ausgestoßenen der Gesellschaft führte; zehn Jahre, in denen auch heiße Eisen wie Kinderprostitution und Minenhandel angefasst wurden. In der Jubiläumsfolge "Nachtgeflüster" (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) geht es diesmal nicht um große Politik, sondern vielmehr um Zwischenmenschliches - auf unterschiedlichen Ebenen.
Die Jahre der Zusammenarbeit bringen im Team eine gewisse Nähe mit sich. Jeder weiß vom anderen, was ihn privat umtreibt, wo die Ecken und Kanten sind. Man teilt zuweilen die Nächte, die man nicht bei der Familie sein kann. Und man sorgt sich, wenn sich der eine offensichtlich verschließt. So changieren Ballaufs Gefühle diesmal zwischen Verzweiflung und Wut, als er merkt, dass sein Kollege Geheimnisse hat. Zumal der aktuelle Fall geradezu intern ist: Ein Polizist wurde im Auto erschossen aufgefunden. (...)
Regisseur Thorsten C. Fischer entwickelt die Geschichte ohne aufgeregte Action. Es geht ja um die Grundstimmungen Liebe, Sehnsucht, Enttäuschung, Verzweiflung und Besessenheit, die sich im Schutze der Nacht offenbaren. Sie kommen - getragen von einer atmosphärisch dichten Musik - gut zur Geltung. Erst im letzten Drittel verlässt Fischer diesen Pfad, je mehr und je intensiver sich die Handlung zuspitzt.
Am Ende ist - wie immer - der Fall gelöst. Ballaufs Sorgenfalten weichen einem breiten Grinsen, hat ihn Freddy Schenk doch ziemlich hinters Licht geführt. "Auf die nächsten zehn Jahre" wird lachend angestoßen."

Auch in der Kritik der ?Berliner Zeitung" vom 6.10.07 kommt ?Nachtgeflüster" nicht besonders gut weg:

?Es ist ja immer so eine Sache mit dem Jubiläum, auch beim "Tatort". Natürlich muss es was ganz Besonderes werden, was mit Anspruch. Und lustig soll es sein, gern mit einem Augenzwinkern. Und ein bisschen Spannung darf bitte auch rein, schließlich handelt es sich um einen "Tatort". Natürlich nicht um irgendeinen, sondern um den zehnjährigen Ballauf-Schenk-"Tatort".Wenn dann noch einiges schief läuft, kommt so etwas wie "Nachtgeflüster" heraus, ein Schmunzelkrimi mit Bedeutung, vor allem der eigenen. Die beiden Kommissare raunen sich ein paar Weißt-du-noch-damals-Geschichten zu, am Schluss taucht eine gute und gar nicht so alte Bekannte wieder auf, und auch sonst gefällt sich diese Jubiläumsfolge in ziemlich selbstreferentiellen Anspielungen. Etwas Mord kommt übrigens auch noch vor. Ist ja schließlich ein "Tatort". (...)Es gibt, Achtung: Anspruch!, ein bisschen Quotenkritik, und ansonsten gilt nicht nur für Schenk und im Krimi: Trau niemals einem Praktikanten! Und keinem "Tatort", der versucht, alles in einem zu sein."

TV-Movie schreibt:

?Bis zur 60. Minute überzeugt ?Nachtgeflüster? durch seine nachtdüstere, unterkühlte Neon-Atmosphäre. Schade nur, dass die Lösung des Falls zu früh präsentiert wird. Danach zieht sichs."

 

TV-Spielfilm schreibt:

?Polizist Martin Krauss liegt erschossen in seinem Auto. Mit eher zögerlicher Hilfe von Krauss? Geliebten und Kollegin Rita setzen Schenk (Dietmar Bär) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) das Bild einer verkrachten Existenz zwischen Spielschulden und Trunksucht zusammen. Da treibt ein Unbekannter die Quote eines Kölner Radiosenders in die Höhe: In der Nighttalk-Sendung von Melissa Morgenstern (Annika Kuhl) verkündet ein Anrufer, er habe den Polizisten getötet ? und man werde wieder von ihm hören?Am Ende knallen die Sektkorken, und Gaststar Anna Loos rockt den Kommis-saren ein Jubiläumsständchen: 37 Fälle hat das Duo in zehn Jahren gelöst, herzlichen Glückwunsch. Die nächsten drei ?Tatorte? mit den kantigen Kölnern sind schon in Vorbereitung."  

Zusammenstellung: Ulla Sommer



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