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Heute ist der: 21.10.2019. --> Bis heute wurden 1119 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Drehbuchautor Friedrich Ani

"Die Figuren müssen leben"

In der Bayern 2-Sendung "Nahaufnahme" erzählt der Drehbuchautor Friedrich Ani über den schwierigen und langen Prozess des Drehbuchschreibens.

Für Friedrich Ani ist A gmahde Wiesn der dritte TATORT. (Bild:BR)
Obwohl Friedrich Ani schon so manches Buch und Drehbuch geschrieben hat, stellt sich doch keine Routine dabei ein. Im Interview mit Florian Scholbeck von der Bayern 2-Sendung "Nahaufnahme" erklärt der Münchner Friedrich Ani: "Bei mir stellt sich beim Drehbuch-Schreiben nie Ruotine ein, weil das für mich dermaßen anstrengend ist und auch eigentlich meiner Natur als Autor widerspricht! Man ist gezwungen, auf den Punkt zu schreiben, sehr reduziert zu arbeiten und ziemlich auf den Punkt zu schreiben in jeder Szene. Man muss die Charaktere sehr eng fassen und das ist für mich als Autor sehr aufwändig. Deshalb ist es für mich immer wieder eine neue Herausforderung.", sagt Ani.

Sound der Stadt

Schon zwei TATORTe - die Folgen "Das Glockenbachgeheimnis" und "Und dahinter liegt New York" gehen auf das Konto von Friedrich Ani. Und auch der dritte - "A gmahde Wiesn" - ist ein besonderer TATORT aus München; seine TATORTe zeigen München von einer ganz besonderen Seite, sind deshalb besonders münchenspezifisch. Damit erfüllt der Autor gleichsam die erste Regel für einen TATORT aus München, welche die Redaktion aufgestellt hat. Was fasziniert Ani eigentlich so an den München-Folgen? In der Bayern 2-"Nahaufnahme" erklärt es der Autor so: "Der Münchner TATORT lebt in seinen besten Momenten von diesem Münchnerischen, also von diesem ganz speziellen Münchnerischen. Das wird wunderbar verkörpert von den beiden Kommissaren, weil die eben auch von hier sind. Und ich finde das enorm wichtig, dass auch die Geschichten so sind, dass sie hier verankert sind. Günstig ist, dass ich das schreibe, weil ich hier lebe und hier zuhause bin ? ich kenn den Sound der Stadt."

In welchem Zusammenhang stehen die Figuren?

Das umzusetzen, in einem Drehbuch, ist die Herausforderung, der sich Ani bereits drei mal gestellt hat. Die Entwicklung des Drehbuchs ist für Ani spannend und eine große Herausforderung. Er denkt unzählige Stunden nach, kosntruiert, schreibt, bespricht sich mit Redaktion, Produzent und Regisseur. Verbessert Dialoge, feilt am Drehbuch, geht jede Szene, jeden Dialog mehrfach durch. Für Friedrich Ani ist dies mit die spannendste Zeit bei der Arbeit für einen TATORT. Er erklärt: " Wenn sich eine Idee oder Figur kristallisiert, da recherchiere ich eigentlich nicht. Die Figuren müssen selber leben, die müssen erst einmal da sein und sie sind erst einmal ganz frei. Und erst wenn ich die Konstellation habe und die Charaktere sehe, wenn ich weiß, was für Konflikte sie haben, dann erst schaue ich mich um in welchem Zusammenhang stehen sie, welche Wirklichkeit spielt rein. Und dann muss ich gelegentlich aus dem Haus gehen und Interviews machen mit realen Personen, die meinen fiktiven Figuren entsprechen."

Wahrhaftige Figuren und deren Konflikte

Gerade die Figuren, die er erfindet und denen er Leben einhaucht, sind für Ani das wichtigste - die Geschichte, der Plot sind dabei irgendwann nur noch nebensächlich. In der Bayern 2-"Nahaufnahme" von Florian Scholbeck erläutert der erfahrene Drehbuchautor: " Der Plot, das darf man als Drehbuch-Autor gar nicht sagen, ist für mich wirklich nebensächlich. Plot gibt es wie Sand am Meer. Das kann jeder. Das ist überhaupt kein Problem. Spannung über den Plot zu erzeugen ist das Einfachste. Und wenn man es gut macht, ist es fabelhaft. Dann reicht es auch. Wie wir aber wissen, der TATORT ist ein Fernsehspiel. Da werden verschiedene Charaktere, also nicht nur die Kommissare, gezeigt, sondern da geht es auch um die anderen Charaktere, die Täter, die Verdächtigen, da sind sehr interessante Figuren, deren Innenleben zu zeigen spannend genug ist."

Für Ani ist besonders wichtig, dass der TATORT eine Art Wahrhaftigkeit hat. " Man sollte das Gefühl haben, dass er in einer konkreten Welt spielt. Dass wir dem folgen können, dass wir das Gefühl haben, wir sind Teil dieser Welt. Wir versuchen nicht nur herauszufinden, wer der Mörder ist, sondern wir versuchen auch herauszufinden, wie konnte es dazu kommen ? weil es auch uns angeht!"

Francois Werner


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