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Heute ist der: 24.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Mobilfunkverschwörung"

 

 

Franz Solms-Laubach schreibt am 26.08.07 in ?welt-online":?Handys strahlen. Das weiß heute jedes Kind. Dass sie auch töten können, zeigt der neue Tatort "Strahlende Zukunft". Dort kämpft eine Mutter gegen einen Mobilfunkkonzern, der ihre Tochter auf dem Gewissen hat. Dass sie siegt, obwohl sie verliert, verdankt sie Kommissarin Lürsen. (...)Die Angst vor den Strahlungen der Mobilfunkantennen geht seit Jahren um. Selbst wenn es sich nur schwer nachweisen lässt, dass sie Menschen physischen Schaden zufügen, wirken sie doch auf die Psyche. Wer einen Sendemast in seiner Nähe weiß, entwickelt instinktiv ein Unbehagen. Die Industrie möchte dieses Gefühl zerstreuen und es als harmlos abtun. Kritiker mundtot machen. Dass das nicht klappt, beweist auch der neue Tatort. Der Titel: "Strahlende Zukunft?. (...)Mit einem ganzen Bündel von gesundheitlichen Beschwerden kriegen es hingegen die Bremer-Ermittler Inga Lürsen und Stedefreund zu tun, als sie den Tod einer Frau untersuchen, die vor ihrem Selbstmord behauptet von einem Mobilfunkkonzern mit elektromagnetischen Strahlen verstümmelt worden zu sein. (...) Der Tatort beginnt mit einem wahren Paukenschlag. Eine Frau rast mit ihrem Auto durch die Bremer Innenstadt, überfährt einen Richter, flüchtet auf das Gerichtsgebäude und stürzt sich in die Tiefe. Das alles auch noch vor den Augen der Kommissarin, die anschließend in dem Fall ermittelt. Der Zuschauer sieht die Ereignisse immer aus der Perspektive der Kommissarin und steckt so schnell mittendrin im Desaster.Nach der Sommerpause und unzähligen Tatort-Wiederholungen ist die neue Bremer Folge der ARD-Krimireihe ein echter Genuss. Dass die Geschichte an manchen Stellen wie an den Haaren herbei gezogen wirkt, stört dabei nicht wirklich. Im Gegenteil. Der Film ist schnell und hat ein brisantes Thema: Mobilfunkmasten, Elektrosmog und Leukämie. Seit Jahrzehnten diskutieren Wissenschaftler über die möglichen gesundheitlichen Schäden durch elektromagnetische Wellen. Aber erst die flächendeckende Einführung von Sendemasten für den Mobilfunk, hat die Öffentlichkeit aufgeschreckt.Niemand möchte einen Sendemast auf seinem Hochhaus untergebracht wissen. Zu groß ist die Angst vor der zellschädigenden Wirkung der Strahlen. Sie nachzuweisen ist schwer. (...)Mit dieser Angst und den Folgen, die sie haben kann, spielt der Tatort "Strahlende Zukunft? geschickt. Er zeigt die Ohnmacht einer betroffenen Mutter im Angesicht des Schicksals ihres leukämiekranken Kindes und ihre Ohnmacht im Umgang mit einem übermächtigen Konzern, der sie zum Schweigen bringen will. Ironischerweise mit einer Mikrowellenkanone.Hier liegen aber auch die Schwächen des Films. Die gewaltigen Strippen des Mobilfunkkonzerns werden allzu krawallig gezogen. Ann-Kathrin Kramer zum Beispiel, die die verschlagene Konzernchefin Frederike Kawentz spielt, bleibt als Figur immer nur vage verschlagen und böse. Die Idee, dass sie selbst schwanger ist und eventuell ein strahlenbelastetes Embryo in sich tragen könnte, ist zwar gut, aber nicht gut umgesetzt. In dem Film bleibt vieles nicht mehr als ein grob gehauener Klotz. Aber ein Klotz, der unterhält und über neunzig Minuten trägt. (...)Auf jeden Fall sehen. Der Film ist gut und Sabine Postel und Oliver Mommsen sind ein wunderbares Team. Ganz ohne Allüren kommen die beiden den Machenschaften des Konzerns auf die Schliche und bleiben bei aller Nähe zum Opfer immer distanziert genug, um zu vermeiden, dass der Film pathetisch wird. (...)Sehenswerter Tatort mit einem fulminanten Anfang und einem deprimierenden Ende."

dpa veröffentlicht am 26.08.07 in der ?Lausitzer Rundschau":

?«Strahlende Zukunft» heißt der ARD-Krimi, der an diesem Sonntag um 20.15 Uhr gesendet wird. Mit diesem Film ist Sabine Postel seit zehn Jahren «Tatort»-Kommissarin. (...)
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Stedefreund (Oliver Mommsen) macht sich Lürsen daran, die Wahrheit hinter dem äußeren Schein aufzuspüren. Sie mag nicht glauben, dass die Frau einfach nur verrückt war. Vielleicht war sie nur zum äußersten entschlossen, weil sie mit ihren Fragen und Forderungen nicht weiter gekommen war. Lürsen und Stedefreund geraten immer tiefer in ein dichtes Geflecht aus Geheimnissen und Intrigen: Warum lügt der Staatsanwalt? Warum zahlte die Mobilfunkfirma Geld an den Ehemann? (...)
Ulrich Noethen als Staatsanwalt, Ann-Katrin Kramer als PR-Chefin des Mobilfunkunternehmens und Constantin von Jascheroff als Daniel Vegener, für den die Videobotschaft aufgenommen wurde, gehören zu den Protagonisten des spannenden Krimis. Regie führte Mark Schlichter, das Drehbuch schrieb Christian Jeltsch."

Judith von Sternburg schreibt am 24.08.07 in der  ?Frankfurter Rundschau"

?Dieser Bremer Tatort hat Verschwörungstheoretikern und Pessimisten etwas zu bieten. Sofern nicht beide Gruppen der Meinung sind, das wüssten sie alles längst. Das mag sein, aber Christian Jeltsch (Buch) und Mark Schlichter (Regie) erzählen die alte Geschichte von der Schlechtigkeit des Menschen düster genug. (...)
So fallen gleich etliche Krimistandardsätze. Die Stimmung jedoch stimmt. Es ist Spätwinter, und er macht das vor sich hin dämmernde, regenglitschige Bremen so hässlich wie das Komplott zu sein scheint, in das Lürsen (Sabine Postel) und ihr Stedefreund (Oliver Mommsen) sich nun verbeißen. Sie mit Verve, er wie immer auf kleinerer Flamme. (...)
"Strahlende Zukunft" handelt von Gefahren durch Funkmasten, aber auch von hanebüchenen Strahlenwaffen. Bildstörungen und ein beunruhigender Geräuscheteppich lassen den Zuschauer bald an vieles glauben, auch wenn er verwirrt wird. Die verwickelten Personen sagen derweil wie üblich: "Ich hab'n Haus abzuzahlen." - "Ich hab' keine Lust, allein den Kopf hinzuhalten." - "Das ist so lächerlich, was Sie sich hier zusammenreimen." Da weiß man, dass die Polizei nah dran ist. Ironischerweise käme die Aufklärung kaum voran, wenn nicht alle ständig ein Handy oder ein anderes elektronisches Kleingerät zur Hand hätten.
Auch der Sohn der Toten ermittelt, von Constantin von Jascheroff jugendlich feurig gespielt. Einmal mehr wird eine Dienstwaffe geklaut und das Finale überladen. Wenn aber der Abspann beginnt, sollte man sich nicht gleich anderen Dingen zuwenden."

 

Frank Kober schreibt am 25.08.07 in der ?Märkischen Allgemeinen Zeitung":

?Zu einem guten Krimi gehört nun mal eine gute Recherche. Denn die Recherche muss am Ende die Geschichte tragen. Und zwar so, als wären die Konflikte, die Skandale oder die lasterhaften Charaktere in diesem Krimi die normalste Sache der Welt. Als würden die Protagonisten in ihren Milieus tatsächlich zuhause sein. (...)
Und genau deshalb so erschreckend. Denn "Tatort"-Autor Christian Jeltsch ist nämlich so ein Pedant, der, wenn er in der Presse oder im Internet auf irgend eine Schweinerei stößt, sich bis auf den Grund des Übels gräbt, die Hintergründe recherchiert und hier dann seine Story ansiedelt.
Sein Trick dabei: Der Skandal oder die Katastrophe steht nie im Zentrum der Geschichte, sondern ist nur klug ausgeleuchteter Background für die Schicksalsmomente seiner Helden. So kommt es, dass heute Abend Kommissarin Inga Lürsen und Adlatus Stedefreund (Sabine Postel, Oliver Mommsen) einen Fall aufzuklären haben, der fast unglaublich scheint, aber offenbar einen realen Hintergrund hat. (...)
Jeltschs unheimliche Geschichte einer verlorenen Mutter-Sohn-Beziehung stellt Regisseur Mark Schlichter wunderbar nüchtern in die globalen Verstrickungen der Mobilfunkbranche. Dahin, wo Lürsen und Stedefreund ihre Stärken wieder voll ausspielen können ? Gerechtigkeit für die Kleinen im Kampf gegen die Großen zu suchen.
Ein spannender "Tatort". Mit viel Gefühl und vielen unbequemen Wahrheiten. Zum Beispiel der, dass Männer ihre Handys besser nicht in der Hosentasche tragen sollten. Ihrem Nachwuchs zuliebe. Also, aufgepasst heut Abend! Vor der Glotze ? und bei der nächsten SMS!"

 

Christian Buss schreibt am 24.08. in der ?taz":

?Mit "Strahlende Zukunft" gelingt der Bremer "Tatort"-Redaktion ein düsterer
Politkrimi. Sicher erscheint in diesem Angstszenario nur eines: Analog ist
besser. (...)
Radio Bremen hat es wieder getan: Die klitzekleine ARD-Anstalt hat ein
weiteres Mal das ganz große Verschwörungsszenario entworfen. In der
"Tatort"-Redaktion des Senders diskutiert man brisante Stoffe ja nicht so
lange durch, bis am Ende Konsensware rauskommt. Man geht in Bremen aufs
Ganze, oft scheitert man. Manchmal furios, gelegentlich kläglich. Aber dann
gibt es eben auch Folgen, in denen sperrige gesellschaftspolitische Themen
in tadellose Thriller filtriert werden. So wie etwa im "Tatort"
"Scheherazade", einem kunstvoll zerklüfteten Schocker, der die
Terror-Paranoia nach dem 11. September reflektierte.
Drehbuchautor Christian Jeltsch, der für "Scheherazade" verantwortlich
zeichnete, gelingt es nun eben auch noch einmal mit "Strahlende Zukunft"
glaubhaft, globale Phänomene einer militarisierten Gesellschaft für das
beschauliche Bremer Soziotop zu verdichten. So lenkt er den
Telekommunikationsreißer durchaus plausibel in Richtung Strahlenwaffen, also
jener Gattung von Wehrapparatur, die durch Mikrowellen den Gegner
kampfunfähig machen soll. "Nicht tödliche Waffen" nennt der Lobbyist die
neue, angeblich schon im Irakkrieg getestete Technik.
Dass man sich auf den gewagten Paranoia-Plot (Regie: Mark Schlichter)
einlässt, liegt vor allem daran, dass der psychologische Unterbau umso
solider ist. Erzählt wird aus der Perspektive von Kommissarin Lürsen (Sabine
Postel bei einem würdigen 10-jährigen Ermittlerinnen-Dienstjubiläum), die am
Anfang Mord und Selbstmord vor und auf dem Justizgebäude hilflos mit ansehen
musste.
So steigt man also mit ihr hinab in ein Labyrinth aus
Mobilfunkexpansionismus, Waffeninnovation und Rechtsbeugung. Sicher
erscheint in diesem Angstszenario aus der Welt der kabellosen und
durchdigitalisierten Telekommunikation eigentlich nur eines: Analog ist
besser.?

 

Jimena Salloch schreibt am 24.08.09 in der ?Westdeutschen Allgemeinen Zeitung":

?Und auch Kommissarin Inga Lürsen blickt mit Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) immer tiefer in die dunklen Machenschaften des großen Mobilfunkanbieters. Sie zweifelt mit der Zeit am angeblich labilen Geisteszustand der toten Sandra Vegener. Während Sohn Daniel sich bewaffnet und damit mehr Hysterie denn Ordnung in die Geschichte bringt, behält Kommissarin Inga Lürsen, wie gewohnt, einen kühlem Kopf - und geht die Ermittlungen dennoch mit Gefühl an.Ein spannender Sonntagskrimi, dieser Tatort, mit tollen Schauspielern - und einem erschreckenden Ende."

 

TV-Movie schreibt:

?Der ?Tatort? aus Bremen kommt wieder einmal mit einem ungewöhnlichen Thema daher. Zugegeben: Der Mix aus Hightech-Verschwörungs-Thriller und Drama ist gewöhnungsbedürftig. Aber das eindringliche Spiel aller Beteiligten (allen voran Sabine Postel) und die kinoreife Kameraführung lassen die reißerischen Elemente in den Hintergrund rücken."

 

 

TV-Spielfilm schreibt:

?Alle Achtung! Das gewagte Verschwörungsszenario um fiesen Handy-Smog und anderen Strahlenterror wird bis zum Finale glaubhaft ausgesponnen."

Zusammenstellung: Ulla Sommer



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