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Heute ist der: 08.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

??ich habe mir unter das Drehbuch geschrieben: unsichtbar.?

Interview mit Oliver Mommsen

Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) zögern dem Ehemann die traurige Mitteilung vom Selbstmord seiner Frau zu überbringen. Bild: RB/Jörg Landsberg
Herr Mommsen, wir haben es hier mit einem sehr aktuellen Thema zu tun. Worum geht es im Tatort ?Strahlende Zukunft??
Es geht darum, dass eine stadtbekannte ?Verrückte? namens Sandra Vegener den Richter, der sie, aufgrund ihres Protestes gegen ein Mobilfunkunternehmen, in die Psychiatrie hat einweisen lassen, vor dem Gerichtsgebäude mit einem Geländewagen überfährt und tötet. Nach der Tat flieht sie auf das Dach des Gebäudes und springt vor den Augen von Inga Lürsen in den Tod. Inga Lürsen macht sich Vorwürfe, weil sie damals, als Sandra Vegener bei ihr im Präsidium aufgetaucht ist und behauptet hat, sie werde von Strahlen verfolgt, sie nicht ernst genommen hat. Damals hat sie sie an den Staatsanwalt verwiesen. Stedefreund sieht die Sache ein bisschen nüchterner und sagt sich, die Frau habe nicht mehr alle Tassen im Schrank. Er ist der Meinung, dass es keine Strahlenwaffen gibt und dass an der ganzen Geschichte nichts dran ist. Es geht wieder um die Frage, wer setzt sich durch, welche Theorie ist der Wahrheit am nächsten. Inga Lürsen agiert aus dem Bauch und Stedefreund handelt typisch männlich, stumpf mit dem Kopf. Das ist sehr spannend. Der Tatort hat den Titel ?Strahlende Zukunft?, und ich habe mir unter das Drehbuch geschrieben: ?unsichtbar?. Man hat es einfach, dadurch, dass es um Strahlenwaffen, Mikrowellenterror und Schädigung durch Mobilfunkmasten geht, nicht mit etwas konkret Fassbarem zu tun. Es ist etwas Unsichtbares. Besonders ist auch die Kombination von Regie, Mark Schlichter, und Kamera, Ngo the Chau, der auch schon den Tatort ?Scheherazade? fotografiert hat. Sie sind sehr stark auf das Visuelle eingegangen.

Dieses Mal war es für mich als Stedefreund auch etwas anders. Ich durfte ein wenig verwegener aussehen und habe mir einen Zwei-Tage-Bart stehen lassen ? für den ich zwei Wochen gebraucht habe. Außerdem durfte ich auch mehrfach die Waffe ziehen und einen Stunt machen. Das hat viel Spaß gemacht. Dadurch, dass Stedefreund so grantig ist und trotzdem ins Feld springen möchte, geht auch unheimlich viel schief für ihn. Er springt neben ein Auto oder verliert eine Fährte und ärgert sich maßlos darüber. Zwischen ihm und Inga Lürsen gibt es deshalb auch ab und an kleine Sticheleien. Es hat sich dieses Mal einiges für mich verändert, das war eine neue Aufgabe, eine neue Herausforderung.

Haben Sie den Stunt ganz alleine gemacht?
Ich mache meine Stunts grundsätzlich selbst, da kenne ich nichts. (lacht) Das war ein Scherz! Diesen Stunt habe ich aber tatsächlich alleine gemacht, der wurde aber auch so gut organisiert, dass man das durchaus machen kann. Das war wunderbar vorbereitet, ich musste über ein Auto laufen und in einen Riesenberg Mülltüten springen, wo eine Matratze drunter lag. Trotzdem habe ich es geschafft, beim ersten Anlauf das Auto kaputt zu machen, weil ich gegen die Windschutzscheibe geflogen bin. Ich habe mir dabei aber nicht wehgetan. Normalerweise muss man ja immer beim Spielen an seinen Text denken, an die Situation und an die Figur, aber sobald körperliche Aufgaben kommen, fällt das weg. Da kann man einfach loslegen.

Der Kameramann, Ngo the Chau, arbeitet sehr gerne mit frei beweglichen Handkameras. Gibt Ihnen das die Möglichkeit, entspannter zu spielen?
Ja, man spielt die ganze Zeit, das hat viel mit Vertrauen dem Regisseur und dem Kameramann gegenüber zu tun ? eigentlich mit Vertrauen allen gegenüber, die da etwas sehen. Bei dem Kameramann Ngo the Chau ist es so, dass man vor die Kamera tritt und vergisst, dass er da ist. Es gibt diesen blöden Spruch ?der atmet mit?. Er weiß, wohin wir uns bewegen, er gibt uns eine wahnsinnige Freiheit. Normalerweise gibt es genaue Marken, auf die man treffen muss, weil dann die Schärfe gezogen wird. Man ist teilweise in ein sehr enges Korsett der Bewegung eingesperrt. Das ist ein filmisches Mittel, das man bewältigen kann. Ngo the Chau macht das ganz anders. Das ist wesentlich angenehmer, weil man dann die Technik, den ganzen Apparat um einen herum, mit Licht, Kamera, Team einfach vergessen kann und sich ganz auf die Situation konzentrieren kann. Das war schon beim Tatort ?Scheherazade? wahnsinnig beeindruckend. Man hat eine enorme Freiheit als Schauspieler und ist dadurch auch immer in Bewegung. Er hat meistens eine Handkamera in der Hand, wird geführt und läuft dann rückwärts ins Leere. Es gibt extra Jemanden, der ihn dann führt und dafür sorgt, dass er nicht irgendwo gegen läuft.


RB-Pressemappe


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