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Heute ist der: 25.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Schöner morden in Tirol"

Von ?liebevoll daherkommender Bösartigkeit" spricht Jochen Hieber von der ?Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er schreibt am 23.06.05:

?Was bedeutet "Efafe"? Bis kurz vor dem Ende dieses "Tatorts" wird sich der aus Wien an den fernen Achensee entsandte Kommissar Moritz Eisner mit der Frage herumquälen. Besonders gut sichtbar wird die Qual, wenn er still vor sich hin grübelt. Aber auch wenn Eisner in Gestalt des grundständig melancholischen Schauspielers Harald Krassnitzer mit jenen drei Menschen redet, denen er bei diesem Fall einzig und allein vertraut, wird sich seine Stimme nie über ein mittleres Piano hinaus erheben. Der titelgebenden "tödlichen Habgier" setzt er genügsame Humanität entgegen. In der Ruhe liegt seine Energie - nur mit Ruhe und Ausdauer lässt sich auch des Rätsels Qual ertragen und dessen Lösung schließlich finden. (...)
Dieser Krimi lässt sich sehr viel Zeit, um eine eigentlich sehr kurze Geschichte zu erzählen. Eine unerwartete Wendung fällt ihm ganz zum Schluss zwar noch ein, wirklich überraschend wird der Ausgang dadurch nicht. Den Nachteil der ein ums andere Mal verlangsamten, ja stockenden Handlung aber macht das Drehbuch des Felix Mitterer spielend wett, indem es deren sozialen und geographischen Ort atmosphärisch sehr genau zu entfalten, mehr noch - wir sind nicht umsonst in Österreich - mit liebevoll daherkommender Bösartigkeit zu sezieren versteht.
Dem aufklärenden Quartett steht der eigentliche Held dieses Tatorts gegenüber: der "Ferienpark Achensee" samt seinen einheimischen Drahtziehern und Profiteuren. Eine solche Kulisse erlaubt dem Regisseur, dem waschechten Wiener Wolfgang Murnberger, naturgemäß eine Fülle schöner Bilder von Bergen und Tälern, von Landschaften im Schnee und einem still (wie der Kommissar) vor sich hin ruhenden See."

 

Sylvia Staude von der ?Frankfurter Rundschau" mag den Titel nicht, wohl aber den Krimi. sie schreibt am 23.06.07:

?Harald Krassnitzer, vor gar nicht langer Zeit erst im Tatort-Rennen, macht sich in der für ihn typischen sympathischen Entschlossenheit an die Arbeit. Und stößt auf alte Geschichten, die mit der mittelalten deutschen (Stasi-)Geschichte zu tun haben. Die darin verwickelten Österreicher sagen Dinge, wie sie allerorten in solchen Fällen gern gesagt werden: "Man muss die Vergangenheit auch sein lassen können."
Das Drehbuch Felix Mitterers ist von untadeliger Plausibilität und verzichtet auf Ermittler-Standardsätze, bringt dafür so schöne Formulierungen wie die vom "sentimentalen Katholikentrottel". Untadelig ist auch die Regie Wolfgang Murnbergers, sie verfällt nicht in künstliche Aufregung, hält aber das Tempo.
"Tödliche Habgier" (was für ein beschränkter Titel) erzählt klug auch davon, wie sich die Dinge ändern. Wie kurz nach dem Mauerfall "abgängige Personen" noch in meterdicken Akten verwaltet wurden. Und wie an einen Ort, in dem einst die mieseste Absteige stand, an die sich die Verfasserin erinnern kann, die Zeitläufte ein tolles Wellness-Hotel brachten."

 

Eher gelangweilt ist Björn Wirth von der ?Berliner Zeitung". Er schreibt am 23.06.07:

?Ach ja, das schöne Tirol. Berge und Wälder und darüber ein blauer Himmel, auf der Alm grast die Kuh, was für eine Idylle. Doch dann ein Schrei, mein Gott! Der idyllische Bergsee birgt eine Leiche, eine ziemlich alte Leiche. Männlich, mutmaßt die Gerichtsmedizinerin, denn Wesentliches fehlt der Leiche, "wahrscheinlich weggefressen". Auch keine schöne Vorstellung. Doch es kommt noch übler. Am Ende dieses "Tatorts" aus Österreich gibt es vier Tote, davon zwei frische, zu beklagen. Und einen Kommissar, der den Fall zwar gelöst hat und dennoch ziemlich verloren am nun hoffentlich entleichten Tiroler Bergsee steht. (...)
Autor Felix Mitterer, der mit "Tödliche Habgier" bereits seinen achten "Tatort" für den ORF geschrieben hat, hält das potenzielle Mörderpersonal überschaubar. (...)
Die Spannung [bröckelt] leider auch. Der Hauptkommissar aus Wien rennt von einem Verdächtigen zum nächsten, mit ihm rennt die Adoptivtochter eines der Verdächtigen, die in der unvollständigen Wasserleiche ihren verschwundenen Vater vermutet. Doch es wird nicht nur viel gelaufen, sondern auch viel geredet und erklärt, denn alles ist sehr verworren und bemüht in diesem Film. Und ein bisschen langweilig."

 

Ein ?Kribbeln in der Magengegend" empfindet Petra Treiber von der ?Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Sie schreibt am 22.06.07:

?Hat man sich im österreichischen "Tatort" (...) erst einmal in die landestypische Sprache eingefunden, entfalten die Kriminalfälle stets ein wohltuendes Kribbeln in der Magengegend. Sie sind durchweg spannend inszeniert und hintergründig zugleich. Krassnitzer gibt den lakonischen Spürhund, der gerade bei Familiendramen Herz zeigt.
"Tödliche Habgier" ist so ein Drama. Die Leiche aus dem Achensee hält Koflers Adoptivtochter Sonja (überzeugend: Laura Tonke) für ihren verschollenen Vater. Einst waren sie aus der DDR geflohen - mit sehr viel Geld im Gepäck, wie sich herausstellt. Und genau zu diesem Zeitpunkt begann der Aufstieg der drei Musketiere. Doch hat sich längst nicht alles so zugetragen, wie es auf den ersten Blick erscheint. Selbst Harald Krassnitzer erliegt zunächst einem Irrtum."

ddp schreibt am 21.06.07:

?«Einer für alle, alle für einen» ist das Credo, dem sie zu Beginn der zunächst künstlich farbenfroh abgedrehten Folge im Mantel-und-Degen-Outfit frönen. (...) Ohnehin zerbröckelt der von Alexandre Dumas´ Roman «Die drei Musketiere» entlehnte Leitspruch mit fortschreitender Handlung durch einen Reigen von Untreue, Missgunst und Verrat. (...)          In Schwarz-Weiß-Rückblenden wird der Zuschauer Stück für Stück der Lösung des Falles näher gebracht. (...) Dabei betreibt die neue Folge des Krimi-Klassikers trotz seines klassischen Titels keine Schwarz-Weiß-Malerei, im Sinne der Suche nach eindeutig Schuldigen wie zu Anfangszeiten der Serie, als die Krimi-Welt noch in Ordnung war. (...) Das Laster «Habgier» verweist noch weiter in die Vergangenheit. Gemäß der theologischen Lehre führen schlechte Charaktereigenschaften wie eben Habgier zu Todsünden. Mord ist eine davon. Mit dieser Folge übt sich der «Tatort» mal wieder in seiner heimlichen Lieblingsdisziplin: der Vermischung von Gut und Böse, die immer ein dumpfes Gefühl zurücklässt."


Julia Köhler schreibt am 24.06.07 in ?teleschau - der mediendienst":

?Durch das Fehlen des wohl etwas überstrapazierten Vater-vs.-Tochter-Themas werden wieder die Elemente in den Mittelpunkt gerückt, die das Herzstück der Ösi-Krimireihe bilden: fesselnde, mit vielschichtigen Charakteren ausgestattete Kriminalfälle, die raffiniert erzählt und aufwändig in Szene gesetzt sind. Statt des Teenagers betritt diesmal eine andere junge Dame den Schauplatz: Laura Tonke spielt die Deutsche, die noch immer fremdelt. Ihr wird in diesem 'Tatort' viel Raum gegeben, den sie mit ihrem schnörkellosen Spiel bravourös ausfüllt. Harald Krassnitzer nimmt sich gar zurück, überlässt der Kollegin in den entscheidenden Momenten die Szene.
Regisseur Wolfgang Murnberger ('Komm, süßer Tod', 'Silentium') setzte bei 'Tödliche Habgier' mehrmals das Stilmittel stets in Schwarzweiß gehaltener Rückblenden ein."

 

?Der Standard" aus Wien schreibt am 24.06.2007:

?"Kein bisschen ekelig" fand Tatort-Kommissar Harald Krassnitzer den Anblick einer Wasserleiche - "Sieht ganz unwirklich aus"
Zu seinem jüngsten Fall "Tödliche Habgier" besuchte Harald Krassnitzer sogar das gerichtsmedizinische Museum in Innsbruck. Zweck des Unterfangens war es, eine Wasserleiche zu schauen. "Kein bisschen ekelig", sagte Krassnitzer der "Krone". "So ein Körper sieht ganz unwirklich aus. Eher wie eine Schaufensterpuppe." (...)
Die Wasserleiche aus dem von tiefen Regenwolken verhangenen Achensee im "Tatort" Sonntagabend war nach 15 Jahren so wie es Krassnitzer im Museum sah: "Kein bisschen eklig." Die Geschichte wiederum konnte man trotz offensichtlicher Anbiederung ans deutsche Publikum interessiert verfolgen. Insgesamt schon ganz ordentlich also, das nächste Mal dann bitte mit Spannung!"

TV Movie schreibt:

?Wie so oft im österreichischen "Tatort" steht hier mehr das Familiendrama als der Kriminalfall im Mittelpunkt. Das tut der Spannung aber überhaupt keinen Abbruch. Harald Krassnitzer überzeugt wie gewohnt als sympathischer, aber unbeirrbarer Spürhund, an seiner Seite glänzt in diesem Fall Laura Tonke."

 

Hörzu schreibt:

?Undurchsichtig wie die neblige Alpenkulisse."

TV Spielfilm schreibt:

?Der Weg zur Lösung ist so wendungsreich wie eine alpine Passstraße ? bodenständiges Personal, dezente Darsteller und ein intelligentes Drehbuch machen die ruhig erzählte Tätersuche sehenswert."

 

RTV schreibt:

?Nicht ganz runde, aber spannend ­inszenierte Mörderjagd."

 

 

Zusammenstellung: Ulla Sommer



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