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Heute ist der: 13.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Pressestimmen

?Krimi-Eintopf aus der Münchner Gourmet-Küche?

Christian Buss schreibt am 28.04.07 in der ?tageszeitung?:

?Es wird generell nirgendwo so viel übers Essen nachgedacht wie im Münchner "Tatort" - was sich leicht als Kompensation fürs nicht vorhandene Beziehungsleben der drei Kommissare erklären lässt. Die graumelierten Singles bilden inzwischen so was wie die älteste Boygroup des deutschen Fernsehens, der man längst keine Frauengeschichten mehr andichtet, weil sonst die weiblichen Fans düpiert würden. Also schieben die Herren als Liebesersatz Semmeln, Spritzgebäck und Dubioseres in sich hinein. In dieser Folge nun wird die Spannweite vom bayerischen Fress- und Schlingstadl bis zur "Nouvelle Cuisine" ausgemessen: Es gibt Leberkäs Hawai und Hummersuppe mit Zitronengras, Mikrowellenhotdog und Bärlauchkalbsfleischbällchen, Capri-Stangeneis und Zander-Tartar.? (...) Carolin Otto (Buch) und Peter Fratzscher (Regie) verlieren sich nicht in irgendwelcher Gourmet-Seligkeit, verzahnen stattdessen kenntnisreich die Themenbereiche Forensik und Fleischzubereitung. Dabei platzieren sie zwar einige sehr nahe liegende Pointen, gleichzeitig wird darauf verzichtet die simpelstem Möglichkeiten, die sich in einem Restaurant zur Beseitigung einer Leiche bietet, auszuspielen. Ein schöner Krimi, irgendwo zwischen dem Raffinement von Chabrols "Hühnchen in Essig" und dem kulinarischen Pragmatismus eines Tim Mälzer.?

Sylvia Staude schreibt am 28.04.07 in der ?Frankfurter Rundschau?:

?Es geht um den Beruf des Kritikers in diesem Tatort, und wir geben zu, naturgemäß befangen zu sein. Es geht, auf der anderen Seite, um Köche, und obwohl die uns herzlich egal sind (außer, sie servieren uns Tütenhollandaise an Schlabberspargel, da hört der Spaß auf), finden wir die drei von der Münchner Mordkommission diesmal nicht mal mittel-lustig mit ihren Witzchen über Finger Food, Gammelfleisch und das "System Bocuse" (der angeblich drei Frauen hat). (...) Carolin Ottos Finger-Drehbuch bringt nicht nur alle zehn Minuten ein anderes Essensspäßchen, sondern auch, gar nicht ungeschickt, einen anderen Hauptverdächtigen. Stolpert aber zuletzt - im Bestreben, nun alles aufzulösen - ein wenig über die eigenen flinken Füße. Regisseur Peter Fratzscher aber behält die Nerven, filmt geradlinig und angenehm unaufgeregt. Hätte sich ein paar Finger-Ekelaufnahmen aber ruhig sparen sollen. Das ist kein Tatort, zu dem sich genüsslich der Calamari-Spargel-Salat auf Erbsencreme und das Erdbeer-Mandel-Gelee löffeln ließen. Besser, man isst diesmal vor 20 Uhr.?

Jürgen Kaube schreibt am 28.04.07 in der ?Frankfurter Allgemeinen Zeitung?:

?Im neuen "Tatort" aus München gerät die gesamte Verwertungskette der Gastronomie unter Mordverdacht. Ein Restaurantkritiker ist verschwunden, nebst Hinterlassung eines unappetitlichen Details. (...) Vom Genre her ist das eine Komödie von Typen, die sich wechselseitig erpressen und dabei fast alle ständig gezwungen lächeln. Eindrucksmanagement ist die Leitdisziplin der Gastbetriebswirtschaft. Aber nicht nur das Gammelfleisch ist schwach. Die Handlung ist überwürzt. Es sind hier ziemlich viele Lebenswendungen - von Migranten ohne Papiere, Homosexuellen, zurückgesetzten Brüdern, bangen Ehefrauen, hochverschuldeten Köchen und großspurigen Feiglingen - ins Format von anderthalb Stunden gepresst. (?) Das ist ein bisschen viel an Schicksalsaromen für einen Abend. Außerdem glaubt man dem Film die Traurigkeiten seiner Figuren nicht, weil die Kommissare ständig Witze reißen. Dafür sind alle anderen Rollen wie immer gut besetzt: Ulli Maier etwa, bis ins Zucken des Gesichts hinein perfekt als französische Dulderherrscherin, die den Laden gestensicher im Griff hat, Mehdi Nebbou, der den algerischen Küchenhelfer rührend gibt, Ulrich Gebauer als gehemmter Mikrowellenreiter, Helmut Berger als Starkoch und Triebsack mit geleegefüllter Seele, oder die namenlose Überbringerin des Corpus delicti, die wir uns einmal in einer größeren Rolle wünschen. Fazit: Es ist in München schon besser angerichtet worden, die Menuabfolge war aberwitzig, aber die Beilagen hervorragend.?

Frank Kober schreibt am 28.04.07 in der ?Märkischen Allgemeinen Zeitung?:

?War ja nur eine Frage der Zeit, bis das "Koch-Duell"- und "Promi-Diner"-TV mit dem "Tatort" in einen Topf geworfen wird. Klar, am Trendfernsehen aus den Gourmet-Küchen von Melzer, Bio & Co. kommt halt keiner vorbei. Erst recht nicht unsere dienstältesten Sonntags-Cops aus München, die gern die gerade angesagtesten Zuschauerwellen reiten. So tauchen heute Abend, bei ihrem 45. Fall, unsere Kommissare (...) ab in die lukullische Welt der kleinen Portionen mit den großen Preisen. Denn dass sich hier, in diesem sinnesfreudigen wie profitablen Geschäft, gelegentlich die eine oder andere Leiche im Keller findet, das sollte unbedingt mal klargestellt, in unse-rem Fall, sogar wörtlich genommen werden. Verspricht doch die Mord-Geschichte von Carolin Otto (Buch) und Peter Fratzscher (Regie) allemal ein paar Leckereien der etwas unappetitlichen Art. (...) Unser Kripo-Trio, fremd in der Gourmetwelt wie Teltower Rübchen in einer Bouillabaisse, stellt sich denn auch recht täppisch an, hinter das Mord-Geheimnis zu gelangen. Und hinter das Geheimnis der hauseigenen Bärlauchbällchen, deren Fleisch ja nicht notwendiger Weise von Schwein oder Angus-Rind stammen muss. Denn was da unmit-telbar nach der Party durch den Fleischwolf gedreht wurde, könnte gut und gerne ? igitt ? auch ein Restaurantkritiker gewesen sein. (?) Das Vermitteln jedenfalls die Bilder und Dialoge dieses etwas bemühten, aber durchaus unterhaltsamen Krimis. (...) Schade. Für uns Zuschauer bleibt so kaum mehr als ein Abstecher, ein verstohlener Blick in die schillernd-schrullige Welt der Haute Cuisine. Was für diesen "Tatort" nichts anderes heißt, als: Auch ein solider Eintopf könnte zum Genuss werden ? mit den richtigen Gewürzen und einem Schuss Exaltiertheit. Die Promi-Köche machen?s doch vor!?

TV Movie schreibt:

?Bewährtes ?Tatort Rezept?-Rezept: Man nehme ein eingespieltes Ermittler-Team, gebe Spannung und eine Prise Wortwitz hinzu. Gelingt immer!?

Hörzu schreibt:

?Eher amüsanter als spannender Krimi um Eitelkeiten und Eifersucht.?


Katrin Hillgruber schreibt am 29.04.07 im ?Tagesspiegel?:

?Helmut Berger verleiht dem bisexuellen Starkoch Kaufmann eine so undurchsichtige Aura, dass man ihm von Anfang an alles zutraut. Seine engsten Mitarbeiter im Weinberg des guten Geschmacks wirken auch nicht allzu vertrauenerweckend. (...) Schon zum zweiten Mal muss damit ein Münchner ?Tatort?-Kommissar in die Untiefen der Gastronomie abtauchen, um undercover zwischen Salatstrünken und Saucentöpfen zu recherchieren. Vor einem Jahr ging es in der fantastisch fotografierten ?Tatort?-Folge ?Außer Gefecht? um kriminelle Machenschaften im Drehrestaurant des Olympiaturms, nun löst ein kleiner Finger Panik aus. (?) Allzu lange lässt Regisseur Peter Fratzscher die Münchner Kriminalhauptkommissare (...) aus ihrer ?kulturellen Froschperspektive? auf die einsame Gliedmaße und die faszinierende Welt der Haute Cuisine starren, wo Gemüse meistens in Wermutschaum angeboten wird und der ?Business Lunch? lächerliche 45 Euro kostet. (...) Ähnlich wie schon in Louis de Funès? unerreichter Gastro-Filmkomödie ?Brust oder Keule? aus dem Jahr 1976 der französische Filmbösewicht Tricatel, zeichnet in diesem Film Norbert Faber als Inhaber einer Fabrik für Tiefkühlkost verantwortlich. Gemeinsam mit Edgar Kaufmann (?) hat er ?Faber?s Feinstes? entwickelt, Kulinarisches für Eilige mit affektiertem falschen Apostroph. Währenddessen wird im ?La Belle Vigne? auffallend viel Hackfleisch produziert, die zum Finger gehörige Leiche findet sich aber nicht. ?Kritiker in Nobelrestaurant verspeist??, spricht eine Zeitung den üblen Verdacht aus. Fisch im Salzmantel steht auf dem Speiseplan. In Salz, muss Kommissar Ivo Batic erfahren, lassen sich nicht nur Meerestiere hervorragend konservieren. So gerät ?Der Finger? unversehens zur rabenschwarzen Sonntagsantwort auf die Inflation der Kochsendungen.?

"DER SPIEGEL" schreibt am 23.04.07:

"Im amüsant geschilderten Münchner "Tatort"-Fall (...) wird das mit den Fingern ganz wörtlich genommen. Bevor die Bayern-Kommissare (...) die Leiche eines allzu kritischen Schreiberlings finden, wird dessen kleiner Finger in der Restaurantküche entdeckt. Seit Marco Ferreris "Das große Fressen" (1973) weiß dr Filmgourmet, wie gut sich gutes Essen mit leichtem Ekel verträgt."

dpa-Autorin Cordula Dieckmann schreibt am 29.04.07 in der ?Lausitzer Rundschau?:

?In der Meisterküche läuft nicht alles so, wie es sollte.(...) Trotz der interessanten Konstellation kommt der Krimi des erfahrenen «Tatort»-Regisseurs Peter Fratzscher nur langsam in Fahrt. Eine nüchterne Farbgebung lässt die Atmosphäre kühl und emotionslos erscheinen. Die Spannung baut sich erst allmählich auf, was nicht zuletzt daran liegt, dass nach Fabers Verschwinden, das auf seinen Tod hindeutet, niemand so recht um ihn trauert. Nicht mal dem eigenen Bruder Norbert (Ulrich Gebauer) scheint der Vermisste zu fehlen. Auch der Meisterkoch Kaufmann, der mit ihm seit der Jugend eng befreundet war und sogar einmal eine Liebesbeziehung zu ihm hatte, reagiert seltsam kühl. Sehr spät erst werden die Figuren lockerer und zeigen Gefühle, was die Spannung steigert.?

Kathrin Buchner schreibt am 30. April 2007 auf stern.de:

?Dass [aus Klischee-Zutaten] (?) doch eine schmackhafte und unterhaltsame "Tatort"-Folge entsteht, verdanken wir nicht nur dem exzellenten Drehbuch von Carolin Otto, die dafür bei Promi-Koch Alfons Schuhbeck in den Töpfen recherchiert hat, sondern den Münchner Kommissaren, allen voran Ivo Batic (?) Mit radebrechendem Jugo-Dialekt und gewinnendem Grinsen sichert er sich die Sympathien der Kollegen und bekommt ungeschönte Einblicke in die Abgründe hinter der Luxus-Fassade. (?) Die ganze Palette der Ernährungsformen wird ausgekostet - von einer akribischen Analyse der Lebekässemmel, - schleimig und gleichzeitig trocken -, Instant-Hot-Dogs in der Mikrowelle, Deluxe-Fastfood aus der Konservenfabrik, bleibt uns auch das Ende der Nahrungskette nicht erspart, wenn Batic und Leitmayr auf der vergeblichen Suche nach dem Beweis der Hackfleich-Theorie die Müllsäcke in der Entsorgungsstelle durchwühlen. (?) Gute Schauspieler und eine stimmige Geschichte - allein das Schnickschnack mit der Messer werfenden Serbin hätten sich die Macher sparen können, die Küche ist Zirkus genug. (?) Für den verdorbenen Appetit entschädigt 90-Minuten-Krimifutter mit Hochspannung. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es für ein gutes Mahl nicht viele, dafür exzellente Zutaten braucht und dass es reicht, soziale Themen wie die Abschiebungsproblematik wie Petersilie zu dosieren und nicht als sättigende Kartoffel-Beilage zu servieren.?


Zusammenstellung: Ulla Sommer (Mitarbeit: Tobias Goltz)


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