Zur Startseite tatort-fundus.de
Heute ist der: 22.10.2019. --> Bis heute wurden 1119 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Interview zu "Das Ende des Schweigens"

Interview mit Susanne Lothar

?Es hat mir viel Spaß gemacht, mit dieser Generation junger Schauspielerinnen in die Hölle zu blicken.?

Bild: NDR

Ob in Michael Hanekes ?Die Klavierspielerin?, dem Theaterstück ?Elektra?, in dem neuen Kinofilm ?Madonnen? oder in diesem ?Tatort? ? Sie haben schon eine ganze Reihe Mütter gespielt, die ein schwieriges Verhältnis zu ihren Kindern haben. Liegt Ihnen besonders daran, dieses Thema schauspielerisch zu erkunden, oder ist das Zufall?

Das ist, glaube ich, Zufall. Eine Mutter-Kind-Beziehung ist elementar für beide Seiten und birgt natürlich viele Abgründe in sich. Das fand ich schauspielerisch interessant. Außerdem hatte ich immer so tolle ?Filmtöchter?, es hat mir viel Spaß gemacht, mit dieser Generation junger Schauspielerinnen in die Hölle zu blicken.

Was hat Sie an der Rolle der Cora Rohwedder besonders gereizt?

Es ist eine zarte, schräge, manchmal komische und irgendwie auch traurige Rolle. Das hatmir gefallen. Welche Rolle spielen für Ihre Arbeit Kostüm und Maske, also in diesem Fall der seidig-fließende Mantel mit Pelzkragen, die Stöckelschuhe und der rote Lippenstift? Das ist die sichtbare, auffällige Hülle einer überforderten Frau, die versucht, ihre Würde zu behalten.

Cora Rohwedder leidet, wie alle Beteiligten, an der Familientragödie, die sie erlebt hat. Gibt sie sich die Schuld daran? Aus Sicht des Regisseurs Buddy Giovinazzo ist in diesem Fall niemand der Schuldige, alle sind Opfer. Stimmen Sie ihm zu?

Ja, absolut. Alle sind Täter, alle sind Opfer. Ich hatte beim Drehen das Gefühl, dass er nicht ?richten? wollte. Er hat sich in jede Rolle total reingefühlt.Hat mir großen Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten. Ich halte sehr viel von ihm. Er liebt die Schauspieler und bleibt sehr konsequent in seinem Bestreben, das Beste aus dem Schauspieler herauszuholen. Er verlangt viel und schafft eine Atmosphäre, in der das auch geht.

Mit Axel Milberg hatten Sie bereits 1990 für Jan Schüttes ?Winckelmanns Reisen? vor der Kamera gestanden.War es ihr gemeinsamer Wunsch, wieder zusammen einen Film zu drehen? Wie war die Zusammenarbeit mit Axel Milberg? Was zeichnet ihn als Schauspieler aus?

Axel ist erstmal ein wunderbarer Kollege. Er kommt, wie ich, aus dem Theater und das sind doch andere Schauspieler als die, die nur Film gemacht haben. Das verbindet irgendwie und macht es leicht, miteinander zu spielen. Er ist ein wirklich sehr guter Schauspieler, ich schätze ihn hoch. Besetzt wurde ich in dieser Rolle allerdings durch Buddy.

Wie waren die Dreharbeiten sonst? Wie war die Arbeit mit den anderen Kollegen?

Mit Anna Brüggemann hatte ich leider keine Szene. Und mit Maren Eggert habe ich auch gern gedreht. Ich fand den Dreh ehrlich toll, wegen dem Regisseur und den Kollegen.

Wie haben Sie den Drehort Kiel erlebt?

Mein Hotelzimmer lag zur Kieler Förde hin. Ich liebe das Meer, es macht mich ein bisschen wehmütig, es zu sehen und zu riechen, denn ich komme aus Hamburg.

Das Hauptgewicht Ihrer Arbeit lag stets auf der Bühne, Sie drehen jedoch auch regelmäßig Filme und machen Hörbücher. Sind Sie zufrieden mit dieser Bandbreite? Was für Projekte wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich bin nicht unzufrieden, es gibt wenige Dinge, die mache ich unverwechselbar. Ich muss mich nicht verdrehen oder mich mit irgendwem gut stellen, ich durfte mich so entwickeln, wie ich wollte.Trotzdem wünsche ich mir gute Film- und Fernsehangebote. Schöne Rollen, gute Regisseure.

Woran haben Sie zuletzt gearbeitet? Was steht für Sie an?

Ich habe mit meinem Mann,dem Schauspieler Ulrich Mühe,im Frühling einen, glaube ich, ganz interessanten Film gedreht,?Nemesis? (Arbeitstitel). Ein Debütfilm von einer Frau, Nicole Mosleh, die unglaublich gute Dialoge schreiben kann und sehr viel Power hatte. Bin sehr gespannt. Ich spiele ?Elektra? an der Schaubühne. Nächstes Jahr sind zwei Theaterstücke ? eins mit Peter Zadek ? und ein Kinofilm geplant, ich hoffe, das alles klappt. Sind neue Projekte mit Ihrem Mann Ulrich Mühe oder mit dem Regisseur Michael Haneke geplant? Mit Ulrich Mühe ist zurzeit beruflich nichts geplant. Mit Michael Haneke schon.

Das Interview führte Sabine Weiss / Quelle: NDR-Pressemappe
TATORT-SPECIAL
Bild: SWR/Schweigert


BITTE SPENDEN SIE!

Bitte unterstützen Sie das private Hobbyprojekt tatort-fundus.de! Wir freuen uns über jede Unterstützung und Anerkennung. Mit dem Geld werden primär die laufenden Kosten des Server- Betriebs beglichen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


TV-TERMINE
Alle anstehenden TV-Wiederholungen finden Sie übersichtlich gelistet

© tatort-fundus 1997 - 2018
Der Tatort-Fundus ist eine Webseite für Tatort-Fans

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung der Texte, BIlder und Daten nur mit Genehmigung des tatort-fundus

Sitemap | Impressum | Disclaimer |  Diskussionsforum RanglisteUnsere Datenschutzerklärung 

Alle inhaltlichen Fragen richten Sie bitte an frage(at)tatort-media.de 
Bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster(at)tatort-media.de
Diese Website nutzt das Content-Management-System TYPO3