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Heute ist der: 22.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Das Ende des Schweigens

Neues Leben, neues Unglück

Norddeutsch-kühl und etwas verschroben ermittelte der Kieler Kriminalist Klaus Borowski schon immer, aber durch die Merkwürdigkeiten seines neuen Falles kommt diese Seite seiner Persönlichkeit noch stärker zum Tragen. Eine junge Frau ist verschwunden, ihre herrenlos treibende Segelyacht suggeriert Selbstmord. Für Borowski ist es unerträglich, keinerlei handfeste Anhaltspunkte oder Hinweise zu diesem Geschehnis zu haben.

Dabei geben die Verwandten der Verschwundenen, Mutter und Schwester, in ihrer eigenen Skurrilität eher weitere Probleme bei den Ermittlungen auf, als echte Hilfen zu sein. Besonders die Schwester Maxie braucht psychologischen Beistand, den ihr Borowskis Kollegin Jung, eigentlich gegen Maxies Widerstand, auch zu geben versucht. Überraschend und sehr überzeugend dargestellt wird sich diese Konstellation aber am Schluss des Films ändern.

Bild: NDR

Gestohlene Identität

Nachdem zweifelsfrei feststeht, dass Maxies Schwester ermordet wurde, gerät eine weitere rätselhafte Figur in den Mittelpunkt von Borowskis Interesse - der Geliebte der Toten, Sandor Kovac. Im Verlaufe der Ermittlungen tun sich immer mehr Abgründe in dessen Persönlichkeit und Verhalten auf: Sein richtiger Name ist Claes Möller, er ist Polizist und hat einem Toten, den er entdeckte und der ihm ähnlich sah, die Papiere gestohlen und mit dessen Identität ein neues Leben angefangen ? jedoch unter Beibehaltung seines bisherigen, das von einem schweren Trauma belastet ist...

Bild: NDR

Rätselhafte Motive

Wahrscheinlich hat Borowski die Hilfe von Frieda Jung noch nie so gebraucht wie bei diesem Fall: Alle Fäden laufen in der Psychologie der in diesen Fall verwickelten Personen zusammen. Eifersucht, Selbstbestrafung und Verlusttraumata kulminieren in Erpressung, Mord und Selbstmord. Die Grenzen zwischen juristischer und moralischer Schuld verschwimmen. Der Kommissar muss an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit gehen, um dieses Motivgewirr zu entschlüsseln ? mit unerwartetem Ergebnis!

Schwierige Tochter

Alles das trägt offensichtlich nicht zur Verbesserung von Borowskis Verhältnis zu seiner Tochter Carla bei ? sie wohnt bei ihm, aber nicht mit ihm. So muss er zu Frieda Jung sagen: ?Irgendwann gehören sie einem nicht mehr.? Als er Carla auf dem Sofa eingeschlafen findet, kann er sie nicht ins Bett tragen: Sie ist ihm zu schwer geworden. Der amerikanische Regisseur Buddy Giovinazzo, der gerade erst beginnt, sich im ?Tatort? und im ?Polizeiruf 110? zu etablieren (in beiden Reihen ist er nun mit je zwei Folgen vertreten) hat einen atmosphärisch dichten Film geschaffen, der mehr vom Innenleben seiner Figuren zeigt, als sie durch äußere Aktionen zu definieren. Das führt in diesem Falle aber auch zu einigen Längen. Trotzdem kommen Spannung und sogar ein wenig Humor nicht zu kurz. Die Musik von Fabian Römer unterstreicht die Befindlichkeiten der Protagonisten adäquat, setzt dramatische Akzente. Sehenswerte Gaststars: Thomas Heinze, Anna Brüggemann und Susanne Lothar.

Björn Rosche


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