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Heute ist der: 15.12.2019. --> Bis heute wurden 1125 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Senfs persönlicher Abgesang auf Palu

Der letzte Fall für Kommissar Palu hat für sehr viel Wirbel gesorgt. Jochen Senf war schwer enttäuscht darüber gewesen, gegangen worden zu sein, und somit mag der Titel ?Rache-Engel? treffend für die Quintessenz eines völlig misslungenen und nur geringgradig an einen Krimi erinnernden Falles sein.



Bild: SR
Letztlich zeichnete der Darsteller des Palu für das Drehbuch verantwortlich, und er legte dem Kommissar Worte in den Mund, die jenseits von Gut und Böse sind. In kürzester Zeit soll dieses Drehbuch entstanden sein, doch selbst als Rohfassung betrachtet kann kein gutes Haar an diesem Unsinn gelassen werden. Es stellte und stellt sich die Frage, ob es überhaupt erlaubt sein kann, einen Krimi zu senden, der nichts anderes ist als ein Rachefeldzug eines tief gekränkten Mannes? Jochen Senf hat selbst zugegeben, dass es seine Intention war, Palu einen Fall zuzuschreiben, der einzig seine eigene Befindlichkeit und die entstandenen Zerwürfnisse reflektierte.

Eine Szene sorgt vorab für Wirbel

Für die Schauspieler muss es ein Horror gewesen sein, Rollen zu verkörpern, die überhaupt keine Anforderungen an sie stellten. Vorab wurde in einem einschlägigen Medium berichtet, dieser letzte Palu-Fall enthielte eine furchtbare Szene, die den Missbrauch einer jungen Frau zeige. Somit mochte es einige Zaungäste geben, welche genau auf diese Szene warteten, und letztlich wahrscheinlich enttäuscht waren, weil die Sache nicht ganz so extrem war, wie gemunkelt wurde. Eine Frau (verkörpert von Annett Renneberg ) wird als Sexspielzeug ihres Adoptivvaters benutzt. Übrigens die wohl erbärmlichste Rolle, die Alexander Held je in seinem Leben gespielt haben wird.

Bild: SR

Kein versöhnliches Ende

Der Mord an einer Charity-Lady, und die paar Verdächtigen sind nur der Aufhänger für das vorhersehbare Ende der Ära Palu. Jochen Senf hat durch diese persönliche Stellungnahme (anders kann dieser ?Krimi? kaum interpretiert werden) die Chance verspielt, positive Erinnerungen an die Figur Palu zu bündeln. Wer dermaßen abgeht, hat jegliche gewonnene Sympathie verspielt. Vielleicht geht es nicht jedem Zuschauer so, aber ich für meinen Teil habe mich nicht nur über einen grauenhaften Fall geärgert, wie er in der ?Tatort?-Geschichte hoffentlich einzigartig bleiben wird, sondern ebenso darüber, dass ein Schauspieler seinen Groll ausgerechnet in einen Fall einfließen lässt, der als Spielfläche dessen unfreiwilligen Rücktrittes anzusehen ist. Jochen Senf hätte über die Situation erhaben sein sollen. Dann wäre womöglich sogar ein versöhnliches Ende mit Palu zustande gekommen.

Bild: SR

Warum Kredit verspielen?

Auch eine kleine Szene mit dem Kleinganoven Moshi, die zumindest mich laut auflachen ließ, ändert nichts daran, dass hier sämtlicher Palu-Kredit verspielt worden ist, der sich im Laufe von vielen Jahren angehäuft haben mochte. Es wäre besser gewesen, auf diesen ?Abgesang? zu verzichten, und einen Fall zu konstruieren, der schon ein neues Ermittler-Team zeigt, und so nebenbei darauf verweist, was es denn mit diesem Palu auf sich hat, und warum er sich entschieden habe, in den Ruhestand zu gehen.

Ein Drehbuch des Grauens

Nikolai Kinski durfte eine besonders tragische Rolle spielen, über die sich sein Vater, wäre er noch am Leben, wohl in für ihn üblicher Manier ausgelassen hätte. Waren Klaus Kinskis Schimpfkanonaden auch oft nicht nachvollziehbar, so hätte sich mit Sicherheit niemand darüber aufgeregt, wenn er den letzten Fall für Palu mit obszönen Worten bedacht hätte. Es gibt wohl kein schrecklicheres ?Tatort?-Drehbuch, das je verfilmt worden ist. Mag es bei diesem einmaligen Ausrutscher bleiben.

Jürgen Heimlich


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