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Heute ist der: 24.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Kennwort Gute Reise

Hessischer Rundfunk wiederholte seinen einschaltquotenstärksten TATORT

Mit 71% Marktanteil ist dies der erfolgreichste TATORT-Beitrag des Hessischen Rundfunks und zugleich mit 73 Minuten auch einer seiner kürzesten.



Die Geschichte ist recht simpel von Regisseur Georg Tressler inszeniert worden: drei junge Männer planen einen Überfall auf einen Geldtransportwagen einer Sparkasse. Ihr Plan basiert auf einem Trick, mit dem sie den Wagen in einem abgelegenen Waldstück zum Halten bringen wollen. Anfangs klappt alles wie erhofft. Selbst Kommissar Konrads Assistent Robert Wegener, der den Transport an diesem Tage vorsorglich begleitet, weil die beiden Fahrer verdächtige Beobachtungen gemacht haben, lässt sich überlisten. Den größten Teil der Beute vergraben die drei jungen Leute im Wald, dann trennen sie sich, um genau nach Plan ein fingiertes Alibi zu inszenieren, falls die Polizei ihnen auf die Spur kommen sollte. Kommissar Konrad lässt sich nicht lange bitten, und kommt den drei Amateuren recht schnell auf die Spur. Denn, so Konrad: „Wer Geld klaut, will es auch ausgeben!“.

Von „Roadmovie“ bis „Zeitdokument“

Die drei Amateure überfallen einen Geldtransporter Bild:HR

Die Kritik war damals gespalten. Der GONG befand, dass Klaus Höhne nicht viel mehr als einen Stichwortgeber spielte, und die Ganoven auch nicht recht elitär waren“ und gab 2 Punkte. TV-Spielfilm sah bei einer späteren Wiederholung in dem Krimi einen „realistischen Krimi um deutsche Unterdogs". In der Rangliste des TATORT-Fundus befindet sich der Krimi im Mittelfeld, mit einer durchschnittlichen Wertung von 6,71 auf Platz 591 (Stand: 28.Mai 2015).

Fans sind sich einig, dass dieser Film kein „Highlight“ war, aber attestieren dem „Zeitdokument“ überwiegend gute Unterhaltungskraft, trotz einiger Schwächen. So mokieren sie sich vielfach über den unvorstellbaren Geldtransport in einem gepanzerten Opel oder die damals noch üblichen Sicherheitsvorkehrungen. Einigen Fans bezeichneten den Film aufgrund vieler Autofahrten und Handlungsorte gar als „Roadmovie“.

Obligatorischer Gastauftritt

Klaus Höhne gibt in Kennwort Gute Reise zum dritten Mal für den Hessischen Rundfunk den Kommissar Konrad, Bild:HR

Der TATORT wurde 1972 nicht nur in Frankfurt und Umgebung, sondern auch in Heidelberg, Wiesbaden und im bayerischen München gedreht. Als Gastkommissar tritt Oberinspektor Melchior Veigl aus München auf, der vom Volksschauspieler Gustl Bayrhammer verkörpert wird und am häufigsten seine TATORT-Kommissarskollegen mit einem damals in der Krimireihe traditionellen „Gastbesuch“ beglückte. In dieser Folge ist Konrad anfangs in München bei seinem Kollegen und geht privat noch auf einen „Bierabend“ mit ihm.

Premiere für Assistenten Robert

Kennwort Gute Reise ist zudem der erste TATORT, in dem der Assistent Robert seine Premiere hat. Dieser Kriminalassistent trat bis ins Jahr 2001 insgesamt 28mal an der Seite der hessischen TATORT-Kommissare Konrad, Bergmann und Brinkmann auf und wurde insgesamt von 12 Schauspielern gespielt, ist sozusagen der „Harry Klein“ unter den TATORT-Assistenten.  Mit Nachnamen hieß er Wegner bzw Wegener, nur in einem Fall  Luck. Der Name des Assistenten hatte selbst unter Drehbuchautoren und Regisseuren über die Jahre für Belustigung gesorgt. So dachte Regisseurin Sylvia Hoffman bei Einführung einer neuen weiblichen Assistentin darüber nach, diese Roberta (Wegener) zu nennen, wie sie 2002 bei der Eröffnung der TATORT-Ausstellung des Hessichen Rundfunks in Frankfurt am Main sagte.

Der erste Robert wurde vom Schauspieler Horst A. Reichel gespielt, dem Vater des Schauspielers Robinson Reichel, der 1993 im TATORT Himmel und Erde den Kriminalassistenten und zwischen 1996 und 1998 für den SFB den Hauptkommissar Michael Zorrowski im Berliner TATORT spielte. 

Horst A. Reichel spielte den Assistenten Robert. Die Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Robinson Reichel ist offensichtlich. Bild:HR

Der Auftritt seines Vaters in Kennwort Gute Reise dürfte zudem der stärkste Auftritt der Figur Robert gewesen sein, denn hier ist er mehr als nur ein bloßer Stichwortgeber und ermittelt neben seinem Vorgesetzten Kommissar Konrad nahezu gleichberechtigt. Konrad jedenfalls hält ihn für einen guten Kriminalbeamten, auch wenn sich Robert gerade in diesem Fall von den Amateur-Räubern anfangs austricksen lässt und Konrad sich fragt, wie ihm das passieren konnte. Gegenüber seinem Münchner Kollegen Veigl sagt Konrad über Robert: „Der ist sonst ganz schön in Ordnung“.

Unter verschiedenen Titeln als Kaufkassette veröffentlicht 

Die TATORT-Folge Kennwort Gute Reise wurde nach seiner Ausstrahlung im Dezember 1972  wie viele andere HR-TATORTe auch auf VHS-Kassette im Handel verkauft,  erschienen auf folgenden Labels: als "Der grosse Coup" bei ABC Video, Nr. 18039, als "Banküberfall" bei Holiday Movies, Nr. 3 8718 und als "Tödliche Jagd" bei  Video Palace, Nr. 9009. 

Rekord-TATORT für den Hessischen Rundfunk

Kennwort Gute Reise erzielte bei seiner Erstausstrahlung einen Marktanteil von 71% der eingeschalteten Fernsehgeräte. Kein anderer TATORT des Frankfurter Senders erreichte je wieder einen so hohen Marktanteil.  51% der Zuschauer waren männlich, 49% folglich weiblich. In der Altersgruppe 14 - 29 Jahre schauten 24%, in der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre 39% den TATORT aus Frankfurt. 37% der Zuschauer waren 50 Jahre und älter. Von den Zuschauern bei der Erstsendung hatten 26% die Volksschule ohne Berufsausbildung/Lehre besucht, 53% dagegen hatten die Volksschule mit Berufsausbildung/Lehre abgeschlossen. 20% der Zuschauer besuchten die Mittelschule oder höher (z.B. Universität).

Im ZDF lief als Kontrastprogramm „Don Pasquale“ in der Reihe „Komische Oper“.

Die Sendelänge beträgt 73 Minuten und 47 Sekunden und ist damit nahezu der kürzeste HR-TATORT überhaupt; nur Der Fall Geisterbahn ist geringfügig kürzer. Die Wiederholung am 30. Mai 2015 ist die 8. Wiederholung dieser TATORT-Folge insgesamt und die dritte im Programm des Hessischen Rundfunks.

Francois Werner

Wir haben die Überschrift des Artikels nachträglich geändert, von "zuschauerstärksten" in "einschaltquotenstärksten TATORT". Die Einschaltquote ist im wörtlichen Sinne der prozentuale  Anteil der Zuschauer/Zuhörer, die zum gegebenen Zeitpunkt die Sendung sehen oder hören. 1972 lagen noch keine absoluten Zuschauerwerte in Mio vor, so dass die Überschrift ungenau und irreführend war. Wir bitten um Entschuldigung.



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