Alles im Trockenen bei Götz George - und das rechtzeitig zum 70. Geburtstag. - Nicht nur, dass der 15. "Schimanski" mit dem Titel "Schicht im Schacht" nach gegenteiligen Befürchtungen rechtzeitig fertig wurde - nein, nun kommt auch noch der filmische Geburtstagsgruß von der eigenen Freundin. Ob solcher Sender-Verbundenheit mag manch ein anderer neidisch werden.

- Götz George auf einem Boot der Wasserschutzpolizei, Bild: WDR/Fulvio Zanettini
Ungewöhnliche Einblicke
"Der als äußerst scheu bekannte Charakterdarsteller", so Georges Haussender WDR, gewähre dem Zuschauer beim Halbstunden-Porträt "ungewöhnliche Einblicke in sein Seelenleben". Ermöglicht habe diese Offenheit "das Vertrauensverhältnis, das Götz George zur Autorin Marika Ullrich hat". Sie sei seit mehr als zehn Jahren - eben - Georges Lebensgefährtin. Der sehenswerte Film wird nun direkt am Jubeltage, dem 23. Juli, um 21.45 Uhr, also gleich im Anschluss an Georges neuestes Werk "Die Katze" ausgestrahlt.
Trotz aller Privatheit wird Georges Lieblingsfigur, dem - später ausgekoppelten - "
Schimanski" aus der TATORT-Reihe, genügend Raum gewährt. Schließlich hat sich der grobklotzige Ruhrpott-Bulle mit dem weichen Kern unter der harten Schale in die Herzen der Zuschauer geschlichen - nuschelnd, schimpfend, fäustelnd - jüngst allerdings auch zunehmend distanziert und altersweise geworden.
Mit dem Leben gespielt
Privat ist bei Götz George recht eigentlich nicht mehr gar so viel zu holen. Jüngst erschien die George-Biografie "Mit dem Leben gespielt" - der Autor Torsten Körner beleuchtet auf 500 Seiten darin jeden Winkel im Leben des deutschen Stars. Selbst eine Herz-OP im vergangenen Jahr wurde da nicht ausgelassen.

- Götz George in "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" mit Uschi Glas, Bild: WDR/ARD Degeto
"Der Autor weiß viel mehr über mich als ich selbst", urteilte George über die Lebensfibel. Im Film der Lebensgefährtin werden indessen brav die Stationen der George-Karriere abgehakt. Außer dem vergleichsweise späten Schimanski-Höhepunkt sind das 60 Jahre Hochs und Tiefs. Man sieht Ausschnitte aus früheren Filmen wie "Die Fastnachtsbeichte" von 1961, in der George gemeinsam mit seiner Mutter Berta Drews vor der Kamera stand, oder "Winnetou" von 1966, mit Pierre Brice. Vor allem, ganz natürlich, kommen gelungenere Produktionen jüngeren Datums zu ihrem Recht, wie die Rolle des "Totmachers" im gleichnamigen Film über den Serienmörder Fritz Harmann, aber auch die komödiantischeren in Helmut Dietls Filmen "Schtonk!" und "Rossini". Werkstatt-Einblicke gibt's in die eben abgeschlossene Tabori-Farce "Mein Kampf", in der George den Hitler-Mentor Schlomo Herzl spielt, eine Rolle, die ihm ganz besonders am Herzen lag.
George darf ausführlich von "seiner" Insel schwärmen
Was das Private anbetrifft, so darf George ausführlich von "seiner" Insel Sardinien schwärmen, seinem nunmehr "ersten Zuhause", aus dem er Kraft und Ruhe schöpft. Georges Motorrad- und Pferdeliebe kommen zur Sprache, die Mutter berichtet im Archiv-Dokument von der letzten Begegnung mit dem Über-Vater Heinrich George, und schließlich fehlen Berufs- und Weggefährten wie Nico Hofmann, Helmut Dietl oder Christiane Hörbiger nicht. Wirklich privat und bewegend: eine Begegnung mit Bruder Jan am Grab der Eltern.