Götz George spielt Schimanski, der von 1981 bis
1991 in 29 Tatort-Folgen als unkonventioneller
Duisburger Kommissar in seiner grau-beigen
Schmuddeljacke die Nation erregte, anschließend
seinen Dienst quittierte, um 1997 als Ex-Polizist
außer Dienst nach Duisburg zurückzukehren.
Sein Art zu ermitteln ist unverwechselbar. Der
Beruf des Ermittlers ist für ihn zugleich Berufung.
Schimanski steht für Courage, Bodenständigkeit,
Menschlichkeit und Geradlinigkeit – eine Art
moderner Robin Hood. Während der Hitzkopf früher
ganz bewusst und massiv seine Körperlichkeit und
mitunter derbe Sprache einsetzte, Türen eintrat,
über Kühlerhauben rollte und hemmungslos fluchte,
wirkt er heute gelassener und reifer. Schimanski ist
älter geworden und geht mit dieser naturgegebenen
Tatsache gern selbst-ironisch und humorig
um. Er muss sich nichts mehr beweisen, entscheidend
ist, dass er sich sein Herz, seine Hartnäckigkeit
und sein Engagement für Schwächere bewahrt hat.
Das beweist er auch wieder im aktuellen Fall, der
allerdings auch an seinem Ego nagt, denn schließlich
hatte er einen ähnlichen Fall vor Jahren ungeklärt
zu den Akten legen müssen.
Filmografie
Götz George gehört zu den wenigen großen, deutschen Schauspielern, die
über eine enorme Wandlungsfähigkeit verfügen. Bereits mit 22 Jahren erhielt er seinen
ersten Bundesfilmpreis für den Film Jacqueline (Regie: Wolfgang Liebeneiner). 1961 folgten
der Deutsche Kritikerpreis und ein Jahr später der Bambi als beliebtester Schauspieler.
Zwischen 1959 und 1969 spielte er in 26 Kinofilmen. Kultstatus erlangte seine Figur Horst
Schimanski, die er von 1981 bis 1991 in der Tatort-Reihe und seit 1997 unter dem Label
Schimanski spielt.
1985 war er in Carl Schenkels Kinofilm Abwärts zu sehen, im gleichen Jahr entstand unter
der Regie von Hajo Gies der Schimanski-Kinofilm Zahn um Zahn (Deutscher Filmpreis/
Filmband in Gold, Charlie-Chaplin-Schuh) und 1987 Zabou (Regie: Hajo Gies). 1988 folgten die
Thriller Die Katze unter der Regie von Dominik Graf und Der Bruch unter der Regie von Frank
Beyer. Von 1989 bis 1992 stand George für die erfolgreiche Fernsehserie Schulz & Schulz vor
der Kamera, in diesem Zeitraum drehte er überdies Helmut Dietls Schtonk! (Deutscher
Filmpreis/Filmband in Gold). 1994 wurde u.a. der Dreiteiler Das Schwein – eine deutsche
Karriere (Regie: Ilse Hofmann) und Der König von Dulsberg produziert. Es folgten 1995 Nico
Hofmanns Der Sandmann (Adolf-Grimme-Preis zusammen mit Nico Hofmann, Goldener
Löwe) und Romuald Karmakars Der Totmacher.
Für die Rolle des Massenmörders Haarman
erhielt George unter anderem die Coppa Volpi und den Bundesfilmpreis/Filmband in Gold.
1996 stand George für Helmut Dietls Rossini vor der Kamera. 1997 drehte er die Kinofilme
Solo für Klarinette (Regie: Nico Hofmann), Das Trio (Regie: Hermine Huntgeburth) und den
TV-Zweiteiler Die Bubi Scholz-Story (Regie: Roland Suso Richter). 1999 kam After the Thruth –
Nichts als die Wahrheit von Roland Suso Richter mit George als Josef Mengele ins Kino. In den
weiteren Jahren folgten die Fernsehspiele Die Spur meiner Tochter (Regie: Hajo Gies), Liebe.
Macht.Blind (Regie: Thorsten Näter), Liebe ist die halbe Miete (Regie: Gabi Kubach), Der Anwalt
und sein Gast (Regie: Torsten C. Fischer), Familienkreise (Regie: Stefan Krohmer, Deutscher
Fernsehpreis) und der Kinofilm Gott ist tot (Regie: Kadir Sözen).
Nach Alpenglühen (2003, Regie: Hajo Gies) spielte Götz George ein Jahr später wieder
gemeinsam mit Christiane Hörbiger – diesmal in Blatt & Blüte (Regie: Michael Kreindl). In
dem Jahr drehte er außerdem Einmal so, wie ich will (Regie: Vivian Naefe), Kein Himmel
über Afrika (Regie: Roland Suso Richter) und Liebe versetzt Berge – Alpenglühen 2 (Regie: Hajo
Gies). In 2005 und 2006 gehörten die Kinofilme Maria an Callas (Regie: Petra Katharina
Wagner) und Kabale und Liebe (Regie: Leander Haußmann) sowie die Fernsehdramen Als der
Fremde kam (Regie: Andreas Kleinert) und Der Novembermann (Jobst Oetzmann) zu seinen
Arbeiten.
Im Mai 2008 wurde die WDR/ARD-Produktion Meine fremde Tochter von Manfred Stelzer
ausgestrahlt, für die Götz George 2007 vor der Kamera stand. Zu seinen jüngsten Produktionen
gehören neben Schimanski-Schicht im Schacht das Remake von Die Katze mit Filmehefrau
Hannelore Hoger (Regie: Kaspar Heidelbach) und die Komödie Schokolade für den Chef
(Regie: Manfred Stelzer).
Soeben in Österreich und Deutschland abgedreht ist die Tabori-Verfilmung Mein Kampf
(Regie: Urs Odermatt). In der Farce verkörpert Götz George den jüdischen Buchhändler
Schlomo Herzl, der sich um den jungen Hitler, gespielt von Tom Schilling, kümmert.
Für Mein Vater (Regie: Andreas Kleinert) erhielt Götz George 2003 zusammen mit Klaus J.
Behrendt den Adolf-Grimme-Publikumspreis und den Bayerischen Fernsehpreis. Das berührende
Alzheimer-Drama wurde zudem im gleichen Jahr als bester ausländischer TV-Film
in New York mit dem Emmy Award ausgezeichnet. 2004 waren wieder zwei Produktionen
mit Götz George für den Emmy Award nominiert: Schimanski – Asyl (Regie: Edward Berger)
und Schimanski – Das Geheimnis des Golem (Regie: Andreas Kleinert).
2007 wurde Götz
George mit dem Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk geehrt.