Die Darsteller werden für den Sender zum Problem
Es gärt noch an anderer Stelle im Team: dem Vernehmen nach ist das Verhältnis von Sawatzki und Schüttauf mittlerweile auf dem Nullpunkt angekommen. Die beiden Darsteller reden kaum ein Wort (zu viel) miteinander, liefern sich am Set peinliche Szenen. Bei Treffen mit Mitarbeitern des Senders setzen sich die beiden beispielsweise demonstrativ auseinander. Schüttauf fühlt sich zudem von Sawatzki "an die Wand gespielt" und leide darunter, heisst es unter vorgehaltener Hand.
Ebenso wird kolportiert, dass Regisseure wie Niki Stein, der das Konzept für diesen TATORT erfand und anfangs viele Filme aus Frankfurt inszenierte, oder die preisgekrönte Margarethe von Trotta, die 2006 einen TATORT mit dem Team drehte, aufgrund dieser Streitigkeiten am Set keine Dreharbeiten mit den beiden mehr verwirklichen wollen. Für den Sender werden die beiden Darsteller so zunehmend zum Problem.
Das Signal: "Wir können auch ohne Euch!"
Dies erklärt womöglich das Vorgehen der Fernsehspielchefin Jessen. Es ist vermutlich einmalig in der langjährigen Geschichte des Fernseh- Klassikers, dass ein Senderverantwortlicher das Team öffentlich unter Druck setzt. Schon die Ankündigung eines möglichen zweiten Teams dürfte bei den Darstellern für Irritationen gesorgt haben. Nun redet Jessen erneut von dem zweiten Team und verpackt so ein deutliches Signal an Sawatzki und Schüttauf: "Wir können auch ohne Euch!". Im Interview des Hamburger Abendblatts klingt das natürlich positiver: "Man wolle sich mit den beiden Schauspielern "im Guten" einigen und stelle ihnen frei, Prioritäten zu setzen", zitiert das Blatt Liane Jessen.
Kenner vermuten, dass es bald eine offizielle Ankündigung des Senders geben wird, der die Situation klärt. Der Bericht des Hamburger Abendblatt sei nur die "Vorbereitung" gewesen - und ein letzter Versuch, die beiden Darsteller zu beeinflussen.
Den nächsten TATORT sendet der hr am 6.September ("Architektur eines Mordes"), zwei weitere Folgen sind geplant und werden bis Ende 2009 abgedreht sein, die Ausstrahlung erfolgt im Jahr 2010
Francois Werner