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Berliner Folge "Ă„tzend"

Ist Robert Karow der erste schwule Hauptkommissar im TATORT?

Die Diskussion um den ersten schwulen TATORT-Ermittler ist nach der Ausstrahlung des letzten Berliner TATORTs "Ätzend" wieder aufgeflammt. Eine winzig kleine und vieldeutige Szene nährt diesen vorläufigen Verdacht vieler Zuschauer. Der verantwortliche Sender RBB will weder bestätigen, noch dementieren. Vielen TATORT-Fans ist es dagegen fast egal - sie wollen lieber wissen, wie es mit der Geschichte um die Vergangenheit des Ermittlers weitergeht.

War das die "Zigarette danach"? Bild:RBB

Kommissar Robert Karow hatte in der jüngsten Berlienr Folge Ätzend einen jungen Mann mit in seine Wohnung genommen, wortlos und vieldeutig. In der nächste Szene raucht der Ermittler früh morgens mit nacktem Oberkörper eine Zigarette auf dem Balkon - war das die oft zitierte "Zigarette danach"? Denn ob es Sex zwischen den beiden gab, bleibt offen.

Redakteurin: "Ein Geheimnis"

Gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) hat Josephine Schröder-Zebralla, die verantwortliche TATORT-Redakteurin des Rundfunk Berlin-Brandenburgs (RBB), erklärt: "Es gibt keine Antwort auf diese Frage. Robert Karow ist flirrend und rätselhaft, und so bleibt auch die Frage nach seiner sexuellen Ausrichtung ein Geheimnis."

Die RBB-Redakteurin Dr. Josephine Schröder-Zebralla: "Es gibt keine Antwort auf diese Frage"; Bild: RBB/ Thomas Ernst

Schröder-Zebralla wies darauf hin, dass Karow zwar einen Mann aus einer Bar mit in seine Wohnung nehme, er aber auch ein Verhältnis mit der Frau seines früheren Partners hatte. "Robert Karow lässt sich in keine Schublade stecken. Wem sein Herz gehört, wird sich herausstellen", sagte Schröder-Zebralla der dpa weiter.

In der BILD-Zeitung sagte Stephan Wagner, der Drehbuchautor des Berliner TATORTs über Karows Homosexualität: "Ich finde, seine Sexualität ist im 21. Jahrhundert in einer Stadt wie Berlin wohl nicht selten. Und so hat auch ein Kommissar das Recht, seine Sexualität so auszuleben, wie er es will."

Götz George forderte schon 1991 einen schwulen Kommissar

Die Diskussion um einen schwulen Kommissar ist nicht neu. Schon 1991 hatte Schimanski-Darsteller Götz George im Interview mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL einen schwulen Ermittler gefordert. Mitte des Jahres 2015 nahm diese Diskussion wieder an Fahrt auf:


Als der reiche Onkel aus Amerika kommt, mimen Boerne und Thiel das schwule Pärchen in Erkläre Chimäre. Bild:WDR
Tobias Reisser, der neue Assistent aus Köln, wird von der Gay-Gemeinde schon als "einer von uns" erkannt. Bild: WDR/ Thomas Kost
Die Schweizer TATORT-Darsteller Stefan Gubser und Delia Mayer haben kein Problem mit Homosexualität. Bild:SRF

Als die beiden Ermittler im Münster-TATORT Erkläre Chimäre ein schwules Pärchen spielten, sprachen sich die Darsteller Axel Prahl und Jan-Josef Liefers ebenfalls für einen schwulen Ermittler aus. Auch der Schweizer Schauspieler und Luzerner TATORT-Ermittler Stefan Gubser sagte damals in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ): "Ein schwuler Kommissar würde dem TATORT sicherlich eine neue Farbe verleihen, und das kann nie schaden." Und auch Borowski-Darsteller Axel Milberg hatte sich für einen homosexuellen TATORT-Ermittler ausgesprochen, wie auch viele andere Regisseure und Drehbuchautoren.

Die bisher einzigen homosexuellen Ermittlerfiguren in der TATORT-Reihe sind die Luzerner Ermittlerin Liz Ritschard und der neue Kölner Assistent Tobias Reisser. Womit der TATORT erst nach über 40 Jahren beginnt, ist in anderen deutschen Fernsehserien lange keine Neuheit mehr, auch in anderen europäischen Ländern oder in Amerika nicht.

Genau aus diesem Grund haben viele Fans nach der Ausstrahlung auch gelangweilt abgewunken. Eine "Sensation" sei dies keineswegs, meinten viele in den sozialen Netzwerken.

Spannender: Wie geht es weiter?

Viel interessanter scheint für einige Fans die Frage zu sein, wie es mit dem Fall weiter geht. Der Cliffhanger, dass Robert Karow kurz vor Ende in Untersuchungshaft genommen wird, könnte einige Fans mehr "bei der Stange halten", so lassen es erste Reaktionen nach der Ausstrahlung auf Facebook oder in der TATORT-Rangliste erkennen. Damit würde sich der Ansatz des RBB, den neuen Berliner TATORT horizontal dicht zu erzählen, auszahlen.

Nur wird leider die Geduld der Fans etwas arg strapaziert, denn Fall Nummer 3 - und damit die Fortsetzung der Ereignisse - wird erst am 5. Juni 2016 gezeigt. Und die vierte Folge, in der die komplette Backstory dann aufgelöst werde, laufe erst im Herbst 2016, kündigte Schröder-Zebralla am letzten Montag bei der Kino-Premiere von Ätzend im Berliner Wedding an.

Francois Werner


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