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Statistik

2014 ist leichenreichster Jahrgang in der TATORT-Geschichte

150 Leichen - noch nie gab es mehr Tote im TATORT als im Jahr 2014. Gleich zwei Leichenrekorde wurden in dem Jahr 
hintereinander gebrochen. Mörder und Leichen waren 2014 ĂĽberwiegend männlich und die meisten Morde wurden wieder durch SchĂĽsse begangen. 2014 war zudem das erste Jahr, in dem gleich zwei Ermittlerfiguren am Ende ihres Einsatzes lebensgefährlich verletzt zurĂĽck blieben - und den Zuschauer im Unklaren lieĂźen, ob sie tot sind. 

Insgesamt sind im TATORT-Jahr genau 150 Leichen in 36 Erstsendungen gezählt worden. Noch im Vorjahr gab es mit "nur" 73 Leichen etwas weniger als die Hälfte bei ebenfalls 36 Erstsendungen.

Leichen pro Jahr

Jahrgang Erstsendungen Leichen
2012 35 88
2013 36 73
2014 36 150
Rekord: 51 Leichen bei Im Schmerz geboren, Bild: HR

Den absoluten Leichen-Rekord brach im Oktober 2014 die HR-Folge Im Schmerz geboren (12.10.2014)  mit 51 Leichen. Erst im März  hatte Til Schweiger den bis dahin gĂĽltigen Rekord - aufgestellt im Jahr 2012 - mit seiner zweiten Folge Kopfgeld (9.3.2014) auf 19 Leichen erhöht.

Platz 3 unter den "leichenreichsten" TATORTen fĂĽr das Jahr 2014 belegt  Kaltstart (27.4.2014) mit 5 Leichen. Kaltstart war die dritte Folge mit Wotan Wilke Möhring als Bundespolizist Thorsten Falke.  Alle anderen Folgen haben zwischen 1 und 4 Leichen. Statistisch gab es im TATORT somit durchschnittlich 4,16 Leichen pro Folge. Und: Im Gegensatz zum Vorjahr 2013 gab es in diesem TATORT-Jahr auch keinen TATORT mehr ohne eine Leiche. 
 

Anzahl der Leichen Häufigkeit bei den TATORT-Folgen
51 1 Folge
19 1 Folge
5 1 Folge
4 2 Folgen
3 14 Folgen
2 8 Folgen
1 9 Folgen
0 0 Folgen

 

 

Am häufigsten wurden die Opfer 2014 im TATORT erschossen, Bild:BR

Erschossen, ErwĂĽrgt, erschlagen

Auch im Jahr 2014 ist "Erschossen" wieder die häufigste Todesart im ARD-Krimi-Klassiker. In mindestens 46 Fällen wurde ein Mensch durch SchĂĽsse getötet, 16 Menschen wurden erwĂĽrgt (erdrosselt, erstickt, stranguliert) und 11 wurden erschlagen. 6-mal wurde jemand erstochen und 4-mal vergiftet. Weitere Tötungsarten waren Ertränken, Verbrennen, HinunterstĂĽrzen oder Explosion (durch Gas). Vier Mörder haben sich nach ihrer Tat das Leben genommen, ein Mensch starb eines natĂĽrlichen Todes - der Vater der Wiener Ermittlerin Bibi Fellner in Paradies.

Wer diese Männer in Kopfgeld umgebracht hat, blieb im TATORT letztlich offen - irgendwelche Mitglieder des Astan-Clans. Bild:NDR

Täter und Opfer sind mehrheitlich männlich

Der GroĂźteil der Täter ist 2014 im TATORT männlich. Konkret lassen sich fĂĽr das Jahr 2014 insgesamt 50 unterschiedliche männliche Mörder und 11 unterschiedliche Mörderinnen zählen. "FleiĂźigster" Mörder mit 5 Morden ist die Figur David Harloff aus dem TATORT Im Schmerz geboren

2014 konnte nicht mehr fĂĽr jeden Mord die genaue Täterschaft bestimmt werden, auch blieben etliche Tötungsarten unklar. So bleibt beispielsweise offen, wer in Schweigers zweiter Folge Kopfgeld etliche Mitglieder des Hamburger Astan-Clans getötet hat - und auch wie sie zu Tode kamen, blieb offen: sie werden nur aus der Elbe gefischt oder in einem Container geborgen. Mindestens ebenso unklar liegt der Fall im Hessen-Beitrag Im Schmerz geboren: im Showdown liefern sich Polizei und Verbrecher einen Schusswechsel mit ĂĽber 40 Toten - wer wen getötet hat, kann (soll und braucht) nicht konkret bestimmt werden. In AnNlehnung an die Realität darf wohl davon ausgegangen werden, dass auch diese Morde durch Männer begangen wurden.

Ganz klar ist fĂĽr das TATORT-Jahr 2014, dass auch die Opfer ĂĽberwiegend männlich sind. Von den 150 Leichen sind 124 männlich. Ausgewogen ist das Geschlechterverhältnis bei den Leichen nur bei TATORTen des WDR: 9 männliche und 9 weibliche Tote. Unter den 54 Toten, die allein der Hessische Rundfunk in seinen zwei Folgen im Jahr 2014 zeigte, ist nur eine einzige Frau. Auch die Leichen aus NDR-TATORTen sind ĂĽberwiegend männlich, nur zwei Leichen waren weiblich. 

Frank Zander spielte in Der Hammer den Zuhälter, der vom "Hammer" erschlagen wird. Bild:WDR

Die frĂĽheste, späteste und prominenteste Leiche

Die frĂĽheste Leiche 2014 gab es bereits nach 1 Minute und 6 Sekunden - in der Luzerner Folge Zwischen zwei Welten (21.04.2014): aus groĂźer Höhe wird dort eine Frau in den Tod gestĂĽrzt. Die späteste Leiche kam 2014 aus SaarbrĂĽcken - in der Folge Adams Alptraum (26.01.2014) stirbt das Opfer eines Flashmobs an seinen Verletzungen erst kurz vor Ende der Folge: bei Minute 80 und 22 Sekunden. 

Die wohl prominenteste Leiche war 2014 Schlagersänger Frank Zander in der MĂĽnsteraner Folge Der Hammer (13.4.2014). Er spielte dort einen stadtbekannten Zuhälter Bruno Vogler, der in einem Parkhaus von einem maskierten Superhelden mit dem titelgebenden Hammer erschlagen wird.

Eine Frage des Gewissens: Lannert erschiesst in Notwehr einen Geiselnehmer im Supermarkt. Bild: SWR

Auch Ermittler töteten - in Notwehr

Auffällig viele Ermittler mussten in diesem Jahr bei der AusĂĽbung ihres Dienstes aus Notwehr Menschen erschiessen. Der Hamburger Ermittler Nik Tschiller 3-mal, Thorsten Lannert, Thorsten Falke und Yalcin GĂĽmer je ein Mal. Wie oft der Wiesbadener LKA-Beamte Felix Murot im Rekord-Film Im Schmerz geboren eine tödliche Kugel abfeuert, lässt sich nicht feststellen - man sieht ihn nur mit einer Maschinenpistole und schusssicherer Weste in eine Menge von Männern schieĂźen, die im Drogenrausch die Polizei attackieren. 

Die Assistentin Franziska wurde in der titelgebenden Folge Franziska vom Geiselnehmer getötet. Bild:WDR

Tote Ermittler

Dass ein Ermittler selbst Opfer eines Mordanschlags wurde, konnte zu Jahresbeginn gleich am 5. Januar in der Folge Franziska beobachtet werden. Die Kölner Assistentin wird in dieser Folge in einem Gefängnis als Geisel genommen und später vom Geiselnehmer brutal erdrosselt. Auf zwei weitere TATORT-Kommissare wurde 2014 ebenfalls ein Mordanschlag verĂĽbt: am 4. Mai in Am Ende des Flurs auf den MĂĽnchner Kommissar Franz Leitmayr und am 16.November in Vielleicht auf den Berliner Kommissar Felix Stark. 

Zwei Videos als Ăśberlebensbeweis

Während Franz Leitmayr den Mordanschlag offenbar ĂĽberlebte weil er danach in zwei weiteren Folgen ermittelte, ist dies  beim Berliner Kommissar Felix Stark nicht zu erwarten, denn er hing mit dieser Folge die TATORT-Karriere an den Nagel. Dennoch gab es ein "inoffizielles Video" des Rundfunk Berlin Brandenburg, das den Berliner Ermittler wohlauf beim Angeln in einem norwegischen Fjord zeigen soll. Auch der Bayerische Rundfunk (BR) hatte im Mai, kurz nach der Ausstrahlung von Am Ende des Flurs, aufgrund der öffentlichen Diskussion um das mögliche Ende der Figur Leitmayr, ein Video gedreht, dass Leitmayr zeigt, wie er nach einem Krankenhausaufenthalt wieder zur Polizei zurĂĽckkehrt. Das Video lief nur im Internet; der Mordanschlag wurde nie mehr thematisiert.

Francois Werner, Achim Neubauer


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Cooky Ziesche, Leiterin der rbb-Filmabteilung

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