TATORT Stuttgart: Sebastian Bootz spielt mit seiner Familie und in erster Linie gegen seine Schwiegermutter "Mensch ärgere dich nicht", die Szene wird im Hintergrund begleitet von Morricones charakteristischem "Spiel mir das Lied vom Tod". Doch wer den TATORT Altlasten in der Mediathek sah, musste auf diesen kleinen Gag verzichten und hörte an dieser Stelle Illustrationsmusik. Ein ähnlicher Fall im Berliner TATORT Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen: Als markantes Stück kommt "Hide and Seek" von Imogen Heap vor, nach dessen Titel sich im Nachhinein viele Fans erkundigten. Wer das Stück in der Mediathek noch einmal hören wollte, suchte vergebens: Es wurde dort durch Illustrationsmusik von Fabian Römer ersetzt.
Das Problem des "Fernsehens auf Abruf"
Nicht nur der TATORT, sondern alle eigenen ARD-Produktionen sind in der Mediathek von diesem Phänomen betroffen. Der Grund hierfür ist bei der Rechteverwertungsgesellschaft GVL zu suchen, mit der die ARD lange Zeit keine umfassende Vereinbarung über die Nutzung bestehender musikalischer Werke in der Mediathek geschlossen hatte. Dabei ist nicht das Medium Internet an sich das Problem, sondern die sogenannte nicht-lineare Verbreitung der Produktionen. In der Mediathek stehen diese auf Abruf bereit, was rechtlich als öffentliche Zugänglichmachung bewertet wird. Viele Plattenfirmen hatten der GVL für eine solche Nutzung die Rechtewahrnehmung verweigert, sodass die Nutzung mit allen beteiligten Plattenfirmen einzeln auszuhandeln gewesen wäre. Im Gegensatz zu solchen auf Abruf bereitstehenden Mediathek-Beiträgen fällt ein Online-Live-Stream, der zeitgleich zur TV-Ausstrahlung gesendet wird, nicht in diese Rubrik und darf seit jeher die selben Musikstücke wie im TV enthalten.
GEMA, GVL - wer macht was?