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TATORT-Vorspann

Unter "Fernseh-Denkmalschutz"?

Seit mehr als 40 Jahren wissen Zuschauer sofort, was folgt, wenn auf das sich umschauende Augenpaar und die rennenden Beine auf nassem Asphalt der Fingerabdruck im TATORT-Vorspann folgt: Mord und Totschlag, zur besten Sendezeit, quotentrĂ€chtig und fĂŒr viele der Ausklang des Wochenendes. Den TATORT-Vorspann gibt es seit mehr als 40 in dieser Form; verĂ€ndert wurde er kaum.

Das Auge im Fadenkreuz - Markenzeichen des TATORT-Vorspanns

Zeitlos ist er ja, der TATORT-Vorspann. Und auch wenn die Macher der Fernsehkrimis immer wieder extra betonen - es gar als Bestandteil des Urkonzepts sehen, der TATORT sei ein zeitgemĂ€ĂŸer Krimi, bezeugt der TATORT-Vorspanns das Gegenteil: es gibt kaum eine Entwicklung, was das Signet angeht: die ARD hat das 32-Sekunden Filmchen nie wirklich verĂ€ndert.

Der Vorspann scheint damit eine der langelebigsten Fernsehlegenden ĂŒberhaupt zu sein. Zugleich scheint sie wie die WĂŒrde des Menschen fast unantastbar zu sein, sozusagen unter "Fernseh-Denkmalschutz" zu stehen: Mussten andere TV-Flaggschiffe wie "Tagesschau", "Die Ziehung der Lottozahlen" oder kĂŒrzlich auch der "Polizeiruf 110" mehrfach ihr Signet Ă€ndern und sich damit der Zeit anpassten, ging dieser Kelch am "LĂ€nderspiegel mit Leichen" immer wieder vorbei: Der TATORT-Vorspannfilm ist noch der gleiche wie am Abend des 29. November 1970, dem Tag, an der TATORT zum ersten Mal ĂŒber die Bildschirme flimmerte.

Augen, Beine und HĂ€nde: Horst Lettenmeyer

"Es war ein Job wie jeder andere", sagt der Schauspieler, dem die Augen und die Beine aus dem Vorspann gehörte: Horst Lettenmeyer. Der arbeitete damals als Schauspieler in MĂŒnchen und bekam von seiner Agentur einen folgenschweren Anruf: man habe seine Augen ausgewĂ€hlt fĂŒr den "Pilotfilm einer geplante Krimiserie der ARD". Lettenmeyer brauchte nicht lange zu ĂŒberlegen: "Mach ich". Lettenmeyer war kein besonders bekannter Schauspieler, hielt sich mit solchen Jobs damals ĂŒber Wasser. Also gab es kein großes Nachdenken.

Horst Lettenmeyer (1994) bei der JubilÀumsfeier zum 300. TATORT (Bild:SWF)

Die Gage fĂŒr den einen Tag Arbeit betrug lĂ€ppische 400 DM. DafĂŒr musste Lettenmeyer den halben Tag Standaufnahmen (Augen- und Handszenen im Vorspann) im MĂŒnchner Studio ĂŒber sich ergehen lassen, den restlichen Tag wurden am Flughafen MĂŒnchen Riem die Laufszenen aufgenommen. FĂŒr Lettenmeyer war die Sache damit erstmal abgehakt.

Jahre spĂ€ter verklagte er die ARD angesichts der hĂ€ufigen Wiederholungen auf die Zahlung von Wiederholungshonoraren - vergeblich. Einen kleinen Schauspielauftritt als Gewerkschaftsboss hatte Lettenmeyer dann noch beim Schimanski-TATORT in Der Pott, doch die Schauspielerei konnte Lettenmeyer dauerhaft nicht ernĂ€hren. Er wechselte in die Lampenbranche und machte auf Leuchtröhren - sein Unternehmen macht mittlerweile Millionen UmsĂ€tze, die Sache mit dem TATORT-Vorspann sei fĂŒr ihn gegessen, sagte er 1994 anlĂ€sslich der 300. JubilĂ€umsfeier, zu der die ARD ihn noch einlud und in der TATORT-Regisseur JĂŒrgen Roland ihn dazu befragte. Heute hat die ARD-Programmdirektion keinen Kontakt zu Lettenmeyer, will nicht mal mehr wissen, wie sie ihn erreichen kann; eine Telefonnummer hat sie nicht, verlautet es aus der ARD-Programmdirektion in MĂŒnchen...

Vorspann kam aus MĂŒnchen

In MĂŒnchen wurde der TATORT-Vorspann 1970 auch entworfen und "erfunden" - beim Bayerischen Rundfunk. Redakteur Peter Hoheisel, spĂ€ter auch fĂŒr die meisten TATORTe mit Gustl Bayrhammer als "Oberinspektor Veigl" zustĂ€ndig, war auch fĂŒr das Projekt "TATORT-Vorspann" verantwortlich. Das Konzept: Die Kombination aus emotionalen Bildern und prĂ€gnanten graphischen Elementen sollte rasant und spannend wirken, unterstĂŒtzt durch Musik, BildfĂŒhrung und den Schnitt.

Bei YouTube.de ein beliebtes Video: der TATORT-Vorspann

TĂ€ter, Opfer und Ermittler im TATORT-Vorspann

Im Vorspann ist das klare Helle des Auges und eine panische Flucht im Dunklen gegenĂŒbergestellt, die Ermittler und TĂ€ter darstellen sollen. Das Opfer ist höchstens zu erahnen - in den HĂ€nden und der Lettenmeyerschen Abwehrhaltung. Der Vorspann nimmt den Fernsehzuschauer durch das Auge im Fadenkreuz und alle anderen shots ins Visier - und hat darin ein bekanntes Vorbild aus dem Kino, den Vorspann zu den Agentenfilmen von "James Bond". Dort ist es der Schattenriß eines Mannes, der durch den Schnappverschluß eines Kameraobjektivs auf den Zuschauer vor der Leinwand schießt.

Äußerst beliebtes Filmchen

Selbstmurmelnd ist der Vorspann auch bei Fans und Zuschauern besonders beliebt - viele wollen ihn als Einzelfilm irgendwo herunterladen, fĂŒr andere löst er ausgesprochen feinsinnige Diskussionen aus, sie beobachten ihn offensichtlich sehr genau. So werden auch an den tatort-fundus immer wieder Fragen gerichtet, welches System oder Prinzip dahinterstecke, dass beispielsweise bei manchen Vorspann-Versionen mal drei, mal fĂŒnf Ringe im Fadenkreuz zu sehen sind. Und warum die Farben wechseln - mal beginne der Vorspann mit einem roten, mal mit einem blauen Bild?

Fragen, welche die TATORT-Welt offenbar bewegt - und auf die es bisher keine offizielle Antwort gibt. Vermutlich gibt es ĂŒberhaupt kein System dabei, als die Sender das Signet vor den fertigen Film bauen.

Es zeigt aber eins: auch wenn der TATORT-Vorspann-Film, das Markenzeichen der Krimireihe im Kern unverĂ€ndert blieb, wurde er jedoch geringfĂŒgig, ja fast unmerklich, verĂ€ndert bzw. modifiziert.

Francois Werner
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