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Mitschnitte

Die drei großen G

Entweder vor der Glotze eingepooft, mal kam die Tante unerwartet zu Besuch oder das Telefon störte - wer verpasste nicht schon mal einen TATORT-Krimi?! Oder jemand will eine ganz alte TATORT-Folge sehen, die andere in Erzählungen hoch gelobt haben? Doch woher nehmen, wenn keine Wiederholung angekündigt ist? Von den ARD-Sendern und ihren Mitschnittsdiensten zumindest ist keine große Hilfe zu erwarten- leider.

Und das, obwohl die Archive voll mit den beliebten TATORT-Krimis sein sollten und alle ARD-Sender in eigens gegründeten Tochtergesellschaften alle Sendungen der Sender - also Hörfunksendungen oder einzelne Fernsehsendungen - im Verkauf haben und damit Geld verdienen wollen.

Von TATORT aber finden sich in den Angeboten dieser Firmen eher wenige Folgen des beliebten Krimi-Klassikers. Nur ganz wenige ausgesuchte Folgen sind als Kaufvideos erhältlich - der Senderverbund will seinen Quotengaranten TATORT nicht übermäßig ausverkaufen und stattdessen mit TV-Wiederholungen die Zuschauer ans Fernsehen binden. Nur auf konkrete Anfrage bei den Mitschnittsdiensten der ARD erfährt der geneigte Zuschauer, dass in Ausnahmefällen für den rein privaten Gebrauch Kopien angefertigt werden können.

Diese beiden Folgen beispielsweise sind beim SWR teilweise gar nicht bzw. nur durch hohe Geldbeträge zu bekommen.

Glückssache und Servicewüste

Dies allerdings ist ein schwacher Trost, denn: das ist meist ein ziemlich teures Vergnügen. Und offensichtlich auch nur Glückssache, denn nicht jede Anfrage wird mit einer Antwort und einem Angebot erwidert, oft gibt es gar keine Antwort oder gleich eine Absage: "Wir können Ihnen keine Kopie des gewünschten TATORTs anbieten", heißt es beispielsweise lapidar vom Rundfunk Berlin-Brandenburg, am Telefon des SWR-Mitschnittsdienstes heisst es auch schon mal sehr verkaufsfördernd: "...der wird doch bestimmt demnächst mal wiederholt!?"

Aber dahinter könnte auch Kalkül stecken: Denn so manches TATORT-Filmband aus den 70er Jahren ist in einer solch schlechten Qualität, dass die Sender den Zuschauern diese Filmfassung nicht zumuten können/wollen. Denn die ARD hat nicht jeden Film aus der beliebten Reihe die Pflege angedeihen lassen, die er verdient hätte und nur oft wiederholte Klassiker erfahren durften.

Bleibt als schwacher Trost also: die nächste Wiederholung. Das ist allerdings nur bei den jüngeren Folgen ein Hoffnungsschimmer, denn Wiederholungen werden recht häufig gespielt, das Programm ist voll davon - doch - was fehlt, sind die "Perlen", die seltenen und alten Filme der beliebten Reihe. Noch immer meinen viele Sender, die TATORT-Filme aus den 70er und 80er Jahren seien bei den Zuschauern unbeliebt, gar nicht gefragt.

Nachfrage nach Folgen ist groß

Die Redaktion dieser Website erfährt fast täglich, dass das Gegenteil der Fall ist: die Nachfrage nach den Klassikern wie "Reifezeugnis", dem ersten "Taxi nach Leipzig" oder anderen "alten Schinken" sind enorm. Oft wenden sich die suchenden TATORT-Freunde als letzte Möglichkeit auch an den tatort-fundus. Nachdem der Sender nicht helfen konnte oder wollte, ist für viele der Kontakt zum tatort-fundus die "letzte Hoffnung": und das eben nicht nur weil sie den Film verpasst haben oder der Videorekorder gestreikt hat oder beispielsweise die Tochter ihrem Vater ein Geschenk machen will (weil dieser 1975 als Statist in der Folge 2 Sekunden im Bild lief oder das benachbarte Ehepaar 1985 ihre Wohnung für den Dreh zur Verfügung stellte), wird alles daran gesetzt, die Folge doch noch irgendwie zu erhalten.

Auch Studenten, Diplomanden oder Doktoranden sind regelmäßig auf TATORT-Suche: sie brauchen meist eine ganze Latte von Krimifolgen, bis zu 50 oder mehr, um ihre wissenschaftliche Fragestellung durch eine umfangreiche und repräsentative Stichprobe an Krimifolgen überhaupt valide durchführen zu können. Auf die Hilfe von Sendern können sie meist hier nicht hoffen. Und so ist jeder schnell auf der Suche nach Alternativen, die im übrigen auch deutlich kostengünstiger sein sollen als die Angebote der Sender.

Es lohnt sich bei allem Frust über die Mitschnittsdienste der ARD dennoch nicht, regelmäßig Überfälle auf Banken zu verüben. Bild:MDR (Einsatz in Leipzig)

Alles hat seinen Preis

Denn die Sender wollen natürlich was für die Kopie sehen - ordentlich Geld, unter 50 Euro geht da meistens nichts. Einerseits verständlich: Es wird oft vergessen, dass die Sender dafür immerhin die Folge aus dem Archiv holen und kopieren müssen und Zeit, Materialkosten und Arbeitsstunden anfallen; vielen ist dies aber zu teuer. Und das ist nur die unterere Preisgrenze, nach oben ist sie weit offen.

Wollte man im Jahr 2000 beispielsweise den TATORT "Der gelbe Unterrock" vom Südwestrundfunk als Kopie für den privaten Gebrauch anfertigen lassen, durfte man dafür ganze 580 DM hinlegen. Der horrende Preis sollte verhindern, dass allzuviele sich diese niemals wiederholte, sogenannte "Giftschrank"-Folge, bestellen. Noch immer ist diese Folge in "Fankreisen" sehr gefragt und begehrt, gibt es doch keine große Aussicht darauf, dass der Sender diese Folge eines Tages ins Fernsehprogramm nimmt und sie sendet. So bleibt diese Folge im Vervollständigungswahn so manchen TATORT-Fans daher eine unauffüllbare Lücke, schon aus finanziellen Gründen.

Schlechte Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen für die TATORT-Fans auf der Suche nach alten Folgen sind daher schlecht - bei "jungen" Folgen besteht meist noch Aussicht auf einen Wiederholungstermin; bei den alten Folgen ist es meist aussichtslos, an die Folge noch heranzukommen und sie in seinem privaten Archiv führen zu dürfen und sie dann und wann eigenbestimmt anzuschauen zu können. Denn die Sender senden - wenn überhaupt - oft nur die bekannten "Klassiker" - den Rest, und der ist quantitativ und qualitativ nicht unerheblich, lassen die Sendermitarbeiter viel zu oft leider im Archiv verstauben.....

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Unser Rat: sofern eine Folge gesucht wird, die von einem Sender produziert wurde, der Mitschnitte auch anfertigt, kann im Umgang mit der ARD aber immer noch Hartnäckigkeit und Beständigkeit helfen. Es lohnt sich, die Mitschnittsdienste wiederholt mit seinem Anliegen zu konfrontieren, sie schlicht zu "nerven". Insbesondere wenn man bereit ist, auch Abstriche bei der Qualität in Kauf zu nehmen. Das einzige was man also braucht sind die 3 großen G: Geduld, Geld und Glück. Wenn es weiter nichts ist.....

Francois Werner


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