Heute ist der: 12.03.2010.  --> Bis heute wurden 770 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt.
 
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TATORT-Abspann

Jeder Sender macht, was er will

Der Abspann beim Krimi-Klassiker war in fast 40 Jahren alles andere als einheitlich. Schrift, Inhalt, Farbe und Musik variier(t)en - nicht mal das Fadenkreuz war immer zwingend von der Partie. Jeder Sender macht(e), was er will - und schafft(e) damit auch Wiedererkennbarkeit.

Der Krimi-Klassiker steht für absolute Vielfalt - nicht nur bei den Ermittlern, den Regionen, den Geschichten und den Erzählformen. Sondern auch beim Abspann zeigen sich die ARD-Anstalten autark und vielseitig, gestalten den Abspann auf ihre ganz individuelle Weise.

Keine einheitlichen TATORT-Abspänne, trotz Absprache

Das Fadenkreuz und die TATORT-Musik sollen aber in jedem Abspann eingesetzt werden - die ARD soll dies vor einigen Jahren beschlossen haben. Mittlerweile hält sich jede am ARD-TATORT beteiligte Anstalt mittlerweile daran. Das war nicht immer so und ärgerte manchen um Einheitlichkeit bemühten Programmverantwortlichen.

Gerade in den Anfangszeiten des Krimi-Klassikers waren die Abspänne sehr unterschiedlich. Das Fadenkreuz und die Doldinger-Fanfare wurden nicht regelmäßig eingesetzt. Mal lief über dem Abspann ein Rückblick der Folge (Stuttgarter Blüten) oder die Titel liefen nur über eine blaue Tafel (Münchner Kindl). Nicht selten liefen die Titel einfach über die letzten Bilder, untermalt von anderer Musik, selbst im Klassiker "Reifezeugnis".

Das Fadenkreuz wurde in den 70er Jahren nicht immer eingesetzt. Bei Stuttgarter Blüten zeigte man unter dem Fadenkreuz noch markante Szenen aus dem Film mit Hauptdarsteller Willy Reichart. Oft liefen die Titel auch über die letzte Szene, wie hier 1977 bei Reifezeugnis und im Jahr 1999 in Das Glockenbachgeheimnis.

Doch selbst mit Fadenkreuz und Doldinger-Musik im Abspann sind die Nachspänne im TATORT der einzelnen Sender heute noch deutlich unterschiedlich - und damit auch gegen die Folgen anderer Sender abzugrenzen. Ein einheitliches blau wird für die Abspanntafel ebenso wenig genutzt, wie eine einheitliche Schrifttype. Das Fadenkreuz wird entweder in gelber Farbe und in weiß dargestellt. Hier genauere, nicht-allgemeingültige Beschreibungen zur "Differenzialdiagnostik" des TATORT-Abspanns:

Beim Bayerischen Rundfunk ist der Abspann im satten blau gehalten, das Fadenkreuz gelb, der Kreis ist mitteldick. Die weiße Schrift bildet die Credits in normaler Groß- und Kleinschreibung ab. Die Geschwindigkeit ist normal und gut lesbar. Die Musik klingt aus und endet abrupt, braucht nicht ausgeblendet zu werden. Die Senderangabe und Produktionsfirma wird beim BR immer auf schwarzem Hintergrund angegeben.

Beim Hessischen Rundfunk wird eine deutlich kleinere und weiße Schrift gewählt. Das Fadenkreuz  ist weiß und besteht aus einer dünnen Linie. Die Tafel hat kein sattes blau wie beispielsweise beim BR. Die Titel und Namen sind in einer Zeile angegeben. Die Titel innerhalb eines Quadranten bestehen immer aus zwei Blöcken, die kurz hintereinander ein- und ausgeblendet werden. Die Dankesworte erscheinen beim HR innerhalb des Fadenkreuz-Quadranten.

Beim Mitteldeutschen Rundfunk wird die TATORT-Fanfare bereits über das letzte Bild eingespielt. Dann folgt erst die Tafel, die aus einem satten blau besteht. Die Schrift ist gut zu lesen. Der Ring und die Fadenkreuzlinien sind weiß.  Die Titel werden in Versalien angezeigt, die Namen in normaler Groß-und Kleinschreibung. Die 4 Quadranten sind meist gleichzeitig mit Stabangaben "gefüllt", zum Ende hin werden es weniger. Seit 2003 enthält der MDR-Abspann auch Angaben zum Drehbuchautor. Die TATORT-Melodie endet meist über dem ARD-Logo. 

Der Abspann des Norddeutschen Rundfunks ist ebenfalls auf einer kräftigen blauen Tafel zu sehen. Das Fadenkreuz und die Linien sind weiß, wobei der Ring sehr dick ist. Die Schrift ist gut zu lesen und ebenfalls in weiß. Anders als beim MDR werden hier die Namen in Versalien ausgeworfen, die Titel selbst in normaler Groß- und Kleinschreibung. Die Schrift erscheint zudem kräfig bzw. fett. Der Abspann ist gut zu lesen.

Der ORF-Abspann erscheint auf einer fast violetten Tafel. Die Linien des Fadenkreuz sind gelb, der Ring hat einen sehr großen Radius. Die Abspanntitel sind auf alle Quadranten verteilt und erscheinen gut leserlich in einer normalen Groß- und Kleinschreibung. Die Abspannmusik endet unter dem letzten Titel, während Sender- und Produktionsfirma-Angabe auf schwarzer Tafel ohne Musikbegleitung eingeblendet werden. Die SpinOff-Filme, die nur in Österreich erstgesendet wurden und nachträglich in Deutschland als TATORTe eingebracht wurden, haben einen einfachen Fließabspann unter dem letzten Bild - das Fadenkreuz fehlt entsprechend.

Im Bremer Abspann von Radio Bremen werden nur Stabangaben geführt, die Nebenrollen laufen vorher auf dem letzten Bild. Das Fadenkreuz ist weiß und hat einen Ring von normaler Dicke, die Tafel ist tiefblau. Die Angaben erfolgen gut leserlich in normaler Groß- und Kleinschreibung. Der RB-Abspann enthält Angaben zum Drehbuchautor. Die Musik des Abspanns endet auf dem Senderlogo.

Der Berliner TATORT-Abspann vom RBB erfolgt auf einer hellblauen Tafel und ähnelt dem BR-Abspann. Neben der gelben Linie des Fadenkreuz ist hier der Ring nur noch dicker als der aus München. Die Schrift ist weiß und gut leserlich. Die Angaben erfolgen jedoch - das ist einmalig - zentriert, wobei die Titel auch hier in Versalien erfolgen. Fast immer enthält der RBB-Abspann auch einen Link zur offiziellen TATORT-Webseite.

Der letzte Abspann aus Saarbrücken ähnelte sehr stark dem Berliner TATORT, was an der gleichen Produktionsfirma liegt. Die Schrift- und Tafelfarbe ist identisch, die Schrift ist jedoch deutlich kräftiger als die aus dem Berliner Abspann. Auch wenn die Titel beim Saarländischen Rundfunk zentriert angegeben werden, erscheinten sie beim SR 2008 komplett in Kleinschreibung. Bei Einblendung der Dankesworte und Produktionsfirma wird das Fadenkreuz ebenso wie bei RBB und MDR ausgeblendet. Seit 2007 enthält der Abspann auch Angaben zum Drehbuchautor.

Der SWR nutzt für seinen Abspann eine tiefblaue Tafel und ein weißes Fadenkreuz mit dünnem Ring und dünner Linienführung. Der SWR blendet im Abspann etliche Nebenrollen ein, bevor er zu den Stabangaben übergeht. Die Angabe des Drehbuchautors erfolgt nur in Ausnahmefällen. Die Titel werden in Versalien angegeben, die Namen in normaler Groß- und Kleinschreibung. Die Musik endet auch beim SWR direkt über dem Senderlogo. 

Beim WDR wird der Abspann auf einer blaunen Tafel mit weißem Fadenkreuz gesendet. Der Ring ist extrem dick. Die Positionen werden meist nur in 2 Quadranten gleichzeitig angezeigt. In etlichen Abspännen werden die Credits nicht abrupt ein- oder ausgeblendet, sondern "wandern" und verwischen mit den nächsten Angaben in den nächsten Quadranten. Die Schrift ist groß und damit gut lesbar, alles in normaler Groß-und Kleinschreibung. Die Dankesworte werden ohne Fadenkreuz eingeblendet.


Francois Werner
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