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Spin-Off-Projekte

Die gute alte Oma TATORT und ihre Enkel...

Der TATORT als erfolgreiche und eigenständige Fernsehreihe hat in seiner langen Geschichte auch Filme und Figuren hervorgebracht, die in anderen Fernsehserien weiterleb(t)en oder aus anderen Serien in den TATORT "aufgenommen" wurden. Die Abstammung von der Mutterreihe TATORT garantiert den Sendern so einen gewissen Erfolg für die Folge-Serie. so sind Spin Offs seit langer Zeit ein probates Mittel der Programmgestaltung. Auch am TATORT nutzen Sender dies aus.

Wer besucht hier wen?

Die Fernseh-Wissenschaft unterscheidet drei Haupttypen von Spin-Offs:

  • den Figuren-Spin-Off
  • den Folgen-Spin-Off (oder: Nicht-Figuren-Spin Off) und
  • den Gaststar-Spin-Off

Jedoch sind Unterteilungen und Variantenzuordnungen von Autor zu Autor unterschiedlich. Die Unterschiedlichkeit wird schon in der nicht einheitlichen Schreibweise in der Literatur deutlich, im Angebot: Spinoff, Spin-Off, Spin Off oder SpinOff. Auf die einzelnen Typen gehen wir nicht näher ein; die prinzipielle Einteilung wird jedoch anhand der Begriffe deutlich. Und dabei zeigt sich: Spin-Offs gehören zum TATORT wie das Amen in der Kirche.

Aus der Reihe TATORT heraus haben sich schon Einzelfilme oder ganze Serien ergeben, die zwar keine TATORT-Filme mehr sind, sich aber unbedingt aus dieser "Mutterreihe" ableiten lassen, denn ohne diese TATORTe hätte es sie nicht gegeben.

Als Beispiele seien hier Kommissar Schimanski oder Kommissar Brinkmann genannt: sie haben den TATORT in "ihrer" Serie überlebt. Aber auch über andere Serien oder Filme gelangten Figuren in den TATORT; dies ist als Figuren-Spin Off zu verstehen: der Kieler TATORT-Kommissar Borowski kam aus "Stahlnetz", Oberinspektor Marek hatte bis 1971 seine eigene Serie und bevor Franz Markowitz oder Bienzle am TATORT auftauchten, gab es diese Figuren schon in Romanen oder in einem Einzelfilm. Selbst die alte TATORT-Tradition, Gastkommissare im TATORT auftreten zu lassen, sind Gaststar-Spin Offs. Als Lea Sommer mit ihrer Serienidentität für zwei Gastspiele in der TATORT-Reihe zu Besuch war, sprachen Wissenschaftler von einem Folgen-Spin Off

Der Gastkommissar - auch ein Spin Off

Die von den TATORT-Machern in den 70er Jahren gerne eingebrachte Tradition, einen Gastkommissar im TATORT auftreten zu lassen, ist ebenfalls als Spin Off zu sehen, wissenschaftlich gesehen ein klarer Fall von "Gaststar-Spin Off". Bei den damals nur monatlich gesendeten TATORT-Folgen gehörte es zum Konzept, Kommissare anderer Anstalten immer wieder in anderen TATORT-Folgen in die Ermittlungen einzubeziehen, um so die Figuren "in Erinnerung zu halten". Deshalb halfen sich die TATORT-Kommissare sehr oft, waren bei den Ermittlungen behilflich oder meldeten sich am Telefon.

Kurios dabei: Die Ermittler Wirz (ORF) und Veigl (BR) tauchten sogar als Gastkommissar auf, bevor sie ĂĽberhaupt mit ihrem ersten "hauptamtlichen" TATORT Premiere beim Zuschauer feierten.

Dellwo und Marek besuchen Serienkollegen

Gastkommissar-Spin Offs anderer Art sind diejenigen Auftritte von TATORT-Ermittlern in anderen Serien oder Reihen: Fritz Dellwo vom HR-TATORT in Frankfurt besuchte seinen Kollegen aus Bad Homburg im Polizeiruf 110 Die Mutter von Monte Carlo. Und Marek, der beliebte und beleibte Oberinspektor (s.u) besuchte den ZDF-Kollegen Keller in "Der Kommissar": ein klassischer Figuren-Spin Off.


 GASTKOMMISSARE
Eine Ăśbersicht aller Gastkommissare im TATORT finden Sie [hier]

1. Kommissare, die nach dem TATORT noch ein Fernsehleben hatten

Das Rauhbein Schimanski lebt im Spin Off weiter

Die wohl bekannteste "Spin-Off"-Serie ist "Schimanski", also die Fortführung der Kriminalfilme mit der Figur Horst Schimanski, die aus dem TATORT allseits bekannt ist. Nach Thanners Tod - er wurde Opfer eines Bandenkrieges im Ruhrgebiet - und nach der Suspendierung vom Dienst bei der Duisburger Mordkommission kehrt Schimanski 1997 nach einigen Jahren zurück. Unterschied: er ermittelt nicht offiziell als Beamter, sondern im Auftrag der Staatsanwaltschaft oder für andere Kollegen. Streng genommen ist Schimanski dort Privatier und erfüllt seine Aufträge quasi als "freier Mitarbeiter". Auch an Duisburg ist der ehemalige "Ruhrpott-Rambo" nicht gebunden: seine Ermittlungen führen ihn bis ins ehemalige Jugoslawien oder in die Niederlande ("Mutterliebe"); er selbst wohnt mit seiner Freundin in Belgien.

Bemerkenswert sind bei der Figur Schimanski sind ĂĽbrigens auch die Comics, die es von wenigen Folgenvorlagen gibt. Comics als Spin Off - sicher einmalig am TATORT...


 SCHIMANSKI-SPIN OFFs
Die Schwadron, ARD 9.11.1997
BlutsbrĂĽder, ARD 16.11.1997
Hart am Limit, ARD 23.11.1997
Muttertag, ARD 25.10.1998
Rattennest, ARD 15.11.1998
Geschwister, ARD 6.12.1998
Sehnsucht, ARD 7.11.1999
Tödliche Liebe, ARD 12.11.2000
Schimanski muss leiden, ARD 3.12.2000
Kinder der Hölle, ARD 9.12.2001
Asyl, ARD 8.12.2002
Das Geheimnis des Golem, ARD 11.01.2004
SĂĽnde, ARD 26.06.2005
Tod in der Siedlung, ARD 22.04.2007
Schicht im Schacht, ARD 20.07.2008
Schuld und SĂĽhne, ARD 30.01.2011
Loverboy, ARD 10.11.2013
Fliege ermittelt als Rentner weiter. Bild:HR

Edgar Brinkmann ermittelt als Pensionär

Ein weiterer TATORT-Ermittler lebte nach seiner TV-Pensionierung als Rentner weiter und löste "Fälle", in die er eher zufällig hineinschlidderte: Edgar Brinkmann, ehemals TATORT-Hauptkommissar in Frankfurt/Main und durch sein Markenzeichen - die Fliege - deutschlandweit bekannt und geschätzt, kehrte 2003 für 2 Filme als "Fliege" zurück. Als Brinkmann die Wohnung gekündigt wird und er eine neue sucht, lernt er einen Tierarzt sowie einen arbeitslosen Schauspieler kennen, der behauptet, dass eine seiner Bekannten ermordet wurde. Sofort steigt der Pensionär in die Ermittlungen ein und bringt das Leben seiner neuen Bekannten völlig durcheinander, zumal sich auch seine altjungfräuliche Haushälterin einschaltet. Der pensionierte Kommissar Edgar Brinkmann ermittelt weiterhin in Frankfurt/Main und nutzt zur Informationsgewinnung auch seine ehemaligen, noch aktiven Kollegen im Polizeidienst. "Fliege" wurde wegen Erfolglosigkeit 2004 dann allerdings nicht mehr fortgesetzt. Böse Zungen behaupten, dass diese beiden Folgen nur als "Geschenk" an den Hauptdarsteller Karl-Heinz von Hassel konzipiert wurden, um ihm den Abschied vom TATORT zu erleichtern, den er nur widerwillig antrat.


 FLIEGE-SPIN OFFs
Fliege kehrt zurĂĽck, 3.9.2003 in der ARD
Fliege hat Angst, 10.12.2004 in der ARD

Max Ballauf ist ein kein Spinner, sonder ein Spin-Off(er)

Die jetzigen WDR-TATORTe aus Köln sind wissenschaftlich auch als Spin Off-Filme anzusehen. Denn sie erzählen die Versetzung und Beförderung der Figur Max Ballauf weiter. Dieser war von 1992 bis 1994 in 8 Folgen des Düsseldorfer Teams Koch/Flemming zu sehen. Aufgrund der Weiterführung einer regulären Figur zählt der Wechsel Ballaufs zur Gruppe des Figuren Spin-Offs.

Veigl a.D wird fĂĽr Dresden-TATORT aktiviert

1992 wird der erste ostdeutsche TATORT eingeführt, vom Mitteldeutschen Rundfunk. Erster Kommissar wird Bruno Ehrlicher. Doch der bekommt noch jemanden an die Seite gestellt, für seine zwei ersten Fälle, der lange Jahre vorher schon TATORT-Kommissar war: Oberinspektor Melchior Veigl a.D. aus München arbeitet Ehrlicher in Dresden ein. Natürlich hat er auch dieses Mal wieder einen Dackel dabei: Schon in den ersten BR-Folgen war dies seine "Schrulle"...

Thanner wechselt zum Polizeiruf 110

Und Christian Thanner, ehemals am TATORT-Duisburg mit seinem Kollegen Schimanski auf Mörderjagd, lebte in einer Polizeiruf 110-Folge weiter: Er geht an den TAT-ORT Berlin und ermittelt in der Folge Thanners neuer Job, er soll den ostdeutschen Kollegen etwas beibringen und sie unterstützen. Diese Folge wird als Abgesang auf die alte Krimireihe Polizeiruf 110 gewertet. Die Zeit, in der sich die freundlichen Fernsehkriminalen mit verängstigten Gelegenheitsverbrechern beschäftigten, ist in West wie Ost mit der Deutschen Einheit endgültig vorbei. Auch der "Wessi" Thanner kann dies nicht ändern; es bleibt sein einziger Polizeiruf-Job.

Damals noch mit Schnauzer: Borowski. Bild:NDR

2. Kommissare, die vor ihrem TATORT-Leben schon im TV ermittelten

Von Hannover nach Kiel: Klaus Borowski

Im November 2003 trat Klaus Borowski seinen TATORT-Dienst in Kiel an. Sein TV-Debüt gab dieser neue TATORT-Kommissar aber bereits ein Jahr vorher, in der Stahlnetz-Folge PSI. Borowski-Darsteller Axel Milberg will die Idee zu seinem Ermittlerwechsel bei einem Mittagsschlaf auf der Baleareninsel Mallorca gehabt haben und darauf hin die Fernsehspielchefin des NDR, Doris J. Heinze, mit der Idee konfrontiert haben, die gleich einverstanden war. Hintergrund: die 1999 vom NDR erst wieder belebte Stahlnetz-Reihe wurde zugunsten der Schlagzahl-Erhöhung am NDR-TATORT 2002 wieder eingestellt. Borowski schaffte es so, medial zu überleben und ist zu einem sehr beliebten TATORT-Kommissar avanciert.

Doppel-Spin Off im letzten Moment gescheitert

Fast hätte es - auch noch im gleichen Jahr, nämlich 2003 - einen weiteren, einen zweiten Fall dieser Art gegeben. Der ORF wollte die Figur des Inspektor Polycarp Trautmann im Sommer 2003 am TATORT einführen - sie war den Wienern und Österreichern schon lange bekannt, aus der ORF-Serie Kaisermühlen-Blues. Als diese 1999 eingestellt wurde, lebte Trautmann fernsehtechnisch weiter: ein Spin Off. Hätte es nun auch noch mit dem Einzug in den TATORT für Trautmann geklappt, wäre dies ein Doppel-Spin Off geworden.....einmalig am TATORT.

3. Ermittler, die vor als auch nach dem TATORT existierten

Beleibt und beliebt: Oberinspektor Viktor Marek

Es war ihm gar nicht so recht, dass seine Figur Viktor Marek in den TATORT "gesteckt" wurde, lieĂź sich Fritz Eckhardt mehrfach vernehmen. Doch es half nichts. Nach 8 Folgen "Oberinspektor Marek" - in Ă–sterreich ein StraĂźenfeger und die logische Konsequenz fĂĽr den TATORT-Ermittler aus Wien - ermittelte Marek mit seinen Kollegen weiterhin im TATORT.

Franz Markowitz ermittelte in Ă–sterreich, dann erst in Berlin

Bevor auch Franz Markowitz an den TATORT kam, ermittelte er in einem Einzelfilm des Sender Freies Berlin: Dort oben im Wald bei diesen Leuten. Auf der Fahrt zu einem Kuraufenthalt zwingt eine Autopanne den Kriminalkommissar Markowitz, in einem abgelegenen österreichischen Dorf ein Notquartier zu suchen. Am selben Tag ist in einem zum Dorf gehörenden Gastarbeitersiedlung ein junger Mann erschossen worden. Markowitz versucht, Nachforschungen anzustellen, doch die Reaktionen der Jugoslawen, die tatenlos zusehen, bleiben ihm zunächst ebenso unbegreiflich wie die der Dorfbevölkerung, die verstockt schweigt. Schließlich glaubt er, der Lösung des Falles nahe zu sein, muss jedoch erkennen, dass 'Dort oben im Wald bei diesen Leuten' andere, ältere Gesetze gelten. Die Ausstrahlung des Films erfolgte 1 Jahr bevor es mit den eigenständigen Markowitz-Filmen innerhalb der TATORT-Reihe losging. Diese Spin-Off-Reihe kann allerdings keinem Serien-Spin-Off-Typ zugeordnet werden, da es sich bei der Mutterproduktion um einen Spielfilm handelt.

Bienzle existierte seit 1976 in Buchform, kam dann erst ins Fernsehen

Auch die Figur Bienzle konnte sehr vielen Menschen vor dem ersten TV-TATORT-Auftritt bekannt sein: denn die Romanfigur von Felix Huby löste seine Kriminalfälle in und um Stuttgart oder auf der Schwäbischen Alb bereits seit den 70er Jahren. Erst als Felix Huby Anfang der 90er Jahre Dietz Werner Steck im Theater sah und in ihm den besten Darsteller für seinen Bienzle fand, ging es auch mit den Filmproduktionen für den SDR-TATORT zu. Der ARD-Sender hatte seit 1988 am TATORT pausiert und lange einen geeigneten "Bienzle"-Darsteller gesucht.

Markowitz und Bienzle gehen nach dem TATORT ins Theater

Die beiden Kriminalkommissarfiguren Bienzle und Markowitz haben nach den TV-Ermittlungen am TATORT noch nicht ausgedient: sie ermitteln auf der Theaterbühne weiter. Bienzle, für den Huby das Theaterstück Bienzle und der Tod am Neckar geschrieben hat, tingelt damit sehr erfolgreich nach seinem TV-Ableben als schwäbischer Columbo durch Deutschlands Theater. Und auch Günter Lamprecht lässt in den Theaterstücken Herrengold und Vaterliebe seine Figur Markowitz weiterleben. Die beiden Theaterstücke wurden auch als "TATORT"-Kammerspiel bezeichnet.


 MARKOWITZ-SPIN OFFs
1. Dort oben im Wald bei diesen Leuten (Film, 1.4.1990)
2. Herrengold (TheaterstĂĽck, 1991)
3. Vaterliebe (TheaterstĂĽck)

Exkurs: Felix Huby ist eine Spin Off-Schmiede

Das Theaterstück Bienzle und der Tod am Neckar stammte naturgemäß nicht nur von Felix Huby, sondern war auch ein Remake eines TATORTs aus Hubys Feder, und zwar der Saar-Folge Alibi für Amelie. Im Fernsehen allerdings ermittelte Max Palu den Mörder im Umfeld des "Trio Infernale".

Für Huby ist eine Mehrfachverwertung übrigens kein Problem, darin hat er Übung. Aus den Geschichten seiner Bienzle-Taschenbücher hat er oftmals tv-gerecht Drehbücher aufbereitet, und das besonders fleissig. Aus dem Taschenbuch zu Bienzle und die blinde Wut machte er den gleichnamigen TATORT, doch zugleich extrahierte er die zweite Geschichte des Films - die Entführung eines kleinen Jungen, der mit Assistent Gächter verbunden war - und goss daraus ebenfalls einen TATORT - nun allerdings für den Saar-Kommissar Max Palu: Du hast keine Chance. Das wiederum ist der TATORT, in dem Bienzle den Kollegen von der Saar besucht. Und dies lässt sich nach alter TATORT-Tradition auch wieder als ein Gastkommissar-Auftritt oder "Gaststar-Spin Off" werten....

Einen weiteren quasi-Spin Off erzeugte Huby damit, dass er eine Bienzle-Geschichte in Taschenbuchform als Drehbuch für eine andere Fernsehkrimireihe, nämlich Die Männer vom K3 umschrieb: Schatten der Vergangenheit, so der Titel der K3-Folge, lag in Taschenbuchform als Bienzle und der Klinkenmörder vor. Als Marketinggag wurden aus diesem Buch im Namen eines großen Türklinkenherstellers Auszüge in Anzeigenform in vielen deutschen Zeitschriften veröffentlicht.

Er konnte am längsten: Viktor Marek. Bild:ORF

Marek war der TV-Ermittler mit der längsten Lebensdauer

Nicht nur vor dem TATORT, sondern auch nach seiner TATORT-Zeit schaffte es Inspektor Marek immer wieder auf den Bildschirm. Entweder besuchte der Pensionär als "Gastkommissar" seinen TATORT-Kollegen Brinkmann in Frankfurt (Automord) oder Passini/Pfeiffer in Wien (Wunschlos tot) - oder aber er nutze das Geschenk des ORF, in zwei Folgen weiterhin zu ermitteln: Marek a.D. durfte noch mal im 199. TATORT auftreten und Der letzte Mord klären. Aber 1992 dann, Fritz Eckhardt und sein Ego Marek waren sehr betagt und leicht gebrechlich, ermittelte Marek im Film Mord im Wald, der nun ein reiner Spin Off-Film war, denn er wurde ohne Vorspann und Anleihen bei der TATORT-Reihe produziert.


 MAREK-SPIN OFFs
Aus der Serie "Oberinspektor Marek":
1963 Die Vorladung
1964 Die Einvernahme
1965 Freispruch
1966 Tödlicher Unfall
1967 Mädchenmord
1968 An einem einzigen Tag
1969 Einfacher Doppelmord
1970 Perfekter Mord

Post-TATORT:
1992 Mord im Wald

Gastauftritt in ZDF-Serie "Der Kommissar":
1970 Drei Tote reisen nach Wien
Auch SchiessĂĽbungen mussten sein....Trimmel (1970). Bild:NDR

Auch ein Spin Off: Trimmel, der Brummbär

Auch der Hamburger TATORT-Kommissar Paul Trimmel war kein unbeschriebenes TATORT-Blatt. Die Figur existierte schon vor dem TATORT-Startschuss, den er selbst gab, als er im ersten TV-TATORT in Taxi nach Leipzig ermittelte. Seine Mordfälle hatte sein Erfinder Friedhelm Werremeier schon in Taschenbuchform aufgeschrieben. Nur Trimmel und der spätere Kollege Bienzle haben so viele Fälle auch in Buchform dokumentiert - auch unverfilmte Geschichten. In jedem Fall sind die BĂĽcher weiterhin fĂĽr jeden Fan Quelle neuer Details aus Privatleben oder der Ermittlungsbehörde.

Weil die TATORT-Anstalten 1970 für den Start des Krimi-Klassikers auf überwiegend schnell verfügbares Filmmaterial zurückgreifen mussten, tat dies auch der NDR. Und so kommt Trimmel doppelt ins Spiel: der bereits 1969 gesendete Film "Exklusiv!", von Werremeier geschrieben und mit der Figur Paul Trimmel gespickt, wurde nachträglich in die TATORT-Reihe aufgenommen. So ist Exklusiv Nicht-Figuren Spin Off, Trimmel ein Figuren-Spin Off.

Trimmel-Reihe wurde ohne Walter Richter fortgefĂĽhrt

Nach der Trimmel-Serie in den Fernseh-TATORTen des NDR und dem Tod des Darstellers Walter Richter wollte der NDR gemeinsam mit Autor Friedhelm Werremeier weiterhin Trimmel-Filme machen. Es wurde ein neuer Trimmel-Darsteller gesucht und in Gerd Kunath gefunden. Innerhalb der TATORT-Reihe sollten diese neuen Trimmel-Filme aber nicht gezeigt werden; sie wurden zudem auf eine Sendelänge von 60 Minuten ausgerichtet. Die neue Serie lief unter dem Titel "Paul Trimmel - Hauptkommissar". Anfangs plante der Norddeutsche Rundfunk drei Filme, letztlich wurden nur zwei Filme realisiert, die am Mittwoch im Ersten bundesweit ausgestrahlt wurden - und wie der Trimmel-Darsteller niemanden wirklich beeindruckten. Zu groß war die Erinnerung an den "richtigen" Trimmel.

 TRIMMEL-SPIN OFFs
Wer einmal lĂĽgt, ARD: 4.09.1985
Eine Bombenstory, ARD: 13.08.1986
Nichts gehr mehr (nicht realisiert)
"Hallo Jonathan, hallo Frankfurt?! - Was mache ich denn hier in Hamburg?". Bild:NDR

Lea Sommer auf Stippvisite am TATORT

Einen Spin Off besonderer Art besorgte wiederum der Norddeutsche Rundfunk. Wegen des Erfolgs der in Frankfurt angesiedelten Serie "Die Kommissarin" mit Hannelore Elsner im Vorabendprogramm, produzierte der NDR zwei 90-Minuten-Folgen mit der bestehenden Figur Lea Sommer - und brachte sie in die Gemeinschaftsreihe TATORT ein. Der Handlungsort wurde von Frankfurt nach Hamburg verlegt. Die Darstellerin Elsner war über diese Integration in den TATORT wenig begeistert und zickte öffentlichkeitswirksam herum - es blieb bei den 2 Filmen für die TATORT-Reihe, eine Fortsetzung fand nicht statt. Weil die Serie Die Kommissarin schon existierte, ordnen Medienwissenschaftler diese beiden TATORT-Folgen als Folgen-Spin Off (Nicht-Figuren-Spin Off) ein.

Tirol-TATORTe waren anfangs keine TATORTe

1999 drehte der ORF mit Passion einen Heimatfilm fĂĽr die Reihe "Ă–sterreichische Filme". Hauptfigur war Moritz Eisner, entliehen aus dem ORF-TATORT, der sich in Tirol im Urlaub befand und dort in einen Mordfall schlidderte. Der ORF legt 1999 sehr viel Wert darauf, dass dies kein TATORT-Film werde. Der Sender hatte auch nicht die Absicht, diese Filme ĂĽberhaupt in die TATORT-Reihe einzubringen. Die Filme wurden entsprechend auch nicht mit TATORT-Vorspann gezeigt; bis auf die Figur Moritz Eisner hatten die Filme keine Anleihen aus dem TAT-Ort Wien gemacht: vom angestammten Team tauchte niemand auf, der Ermittler befand sich auf Urlaub und war als Privatier unterwegs.
Moritz Eisner in Tirol

Der Erfolg von Passion in Ă–sterreich bewegte die deutsche Produktionsfirma Bavaria dazu, Rechte an diesem Film zu kaufen - und ihn der ARD-Filmtochter Degeto anzubieten. Diese brachte Passion am 30. Juli 2000 als TATORT in die Reihe ein. Von da an wurden auch die weiteren "Tirol"-Spin Offs als TATORTe nach Deutschland eingebracht. Erst als sich der ORF nach einigen Jahren entschied, diese Tirol-Filme von Beginn an gleich als TATORTe zu produzieren, wurden diese automatisch vom ORF ĂĽber seinen deutschen Senderpartner RBB als TATORTe in die Gemeinschaftsreihe eingebracht, und nicht mehr ĂĽber die ARD-Filmtochter Degeto. Das Spin Off-Element bei den Tirol-TATORTen bestand somit nur anfangs. Eine wirkliche Trennlinie - ab wann noch Spin Off, ab wann nicht mehr - lässt sich nur schwer ziehen, da der ORF auch die Vorabpremiere in Ă–sterreich irgendwann einstellte, 2004 aber wieder einfĂĽhrte. Zugleich wurden Der Teufel vom Berg und Tod aus Afrika sofort bei Drehstart als TATORTe "deklariert" und angekĂĽndigt. Alle "Tirol"-Filme stammen aus der Feder des Drehbuchautors Felix Mitterer.


 TIROL-SPIN OFFs
Passion, als Spin Off am 17.11.1999 (ORF2), Sendung als TATORT in der ARD 30.7.2000
Böses Blut, als Spin Off am 16.12.2000 (ORF2), Sendung als TATORT in der ARD 22.7.2001
Elvis lebt!, als Spin Off am 2.12.2001 (ORF2), Sendung als TATORT in der ARD am 11.7.2002 (Erstsendung an einem Donnerstag!)
Tödliche Souvenirs, als Spin Off am 22.12.2002 (ORF2), Sendung als TATORT in der ARD 22.6.2003
Der Wächter der Quelle Sendung als TATORT zeitgleich mit der ARD 8.8.2004
Der Teufel vom Berg, als Spin Off am 19.12.2004 (ORF2), Sendung als TATORT in der ARD 7.8.2005
Tod aus Afrika, Sendung als TATORT zeitgleich mit der ARD am 2.7.2006

Und wie verhält es sich mit dem TATORT Unter Brüdern, der sowohl als TATORT und auch als Polizeiruf 110 gezählt wird und in den Episodenführern beider Kriminalfilmreihen als eigenständige, vollwertige Folge verzeichnet wird? Hier liegt ein Doppelfall vor: Zum einen ist es ein Figuren-Spin Off, weil der Ermittler aus der Serie A in der Serie B auftaucht und dort herkömmlich ermittelt. Zugleich liegt hier auch ein Folgen Spin Off vor, was letztlich aber so dicht und untrennbar miteinander verwoben ist, wie in keinem anderen Fall: die Vorspänne beider Reihen wurden gemischt.

Im Jahr 2000 Quartett in Leipzig und im Jahr 2002 Rückspiel besuchten sich nach diesem Modell die Kölner und Leipziger TATORT-Ermittler zum 30-jährigen TATORT-Jubiläum. Diese Ost-West Begegnung fand dann 2012 in der Doppelfolge Kinderland / Ihr Kinderlein kommet eine Wiederholung.

Francois Werner


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