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Heute ist der: 24.07.2017.
 

Die Liebe, ein seltsames Spiel

Münchner Kommissare auf der Höhe ihres Schaffens

Müßig, darüber nachzudenken, was die erotisch-sexuelle Antriebsfeder des Münchner Erfolgsarchitekten Thomas Jacobi ist. Allenfalls sieht er wie einer der 50 zweitschönsten Männer Münchens aus. Der Westentaschen-Casanova mit den gut organisierten Langzeit-Lieben ist im Beruf mindestens so erfolgreich wie bei den Frau'n. Bei jeder seiner Geliebten - und von denen hat er viele - stellt er eine Glasplastik mit seinem Konterfei auf, ein so deutliches wie geschmackloses Zeichen seiner Eitelkeit.

Jacobi mit seiner Geliebten Dr. Slowinski. © BR / Claussen+Putz Filmproduktion

Martin Feifel spielt diesen Frauenjäger mit leicht verquälter Furchenstirn. Zwei Tote unter seinen Geliebten, da fällt im "Tatort"-Krimi "Die Liebe, ein seltsames Spiel" leicht mal der Verdacht auf ihn. Wieder einmal, wie inzwischen in jedem Krimi, spielt das Handy der Leiche eine entscheidende Rolle. All die "Schatzi"-Nachrichten weisen den Kommissaren Batic und Leitmayr nur zu eindeutig den Weg. Der Frauenversteher Thomas Jacobi könnte der Täter gewesen sein, die Tote erwartete von ihm ein Kind. Kam es darüber zum tödlichen Streit?

Batic und Leitmayr sind diesmal ganz auf der Höhe ihres Schaffens, denn auch sie haben ganz ohne Frage ihre Erfahrungen mit Frauen gesammelt. Leitmayr, der beim Umzug des Assistenten Kalli geholfen hat, wird gerade von dessen Mutter angeschwärmt, und Batic ist im wahrsten Sinne des Wortes sichtlich in eine (verheiratete) Frau verliebt. Für die kocht er scharfe Paprika und besorgt Rotwein für 40 Euro die Flasche (wobei er sich 20 von Leitmayr leiht). Er macht für das heimliche Date den Pilates-Unterricht als Alibi. Leitmayr fragt seinerseits nach und gibt kesse Tipps.

Batic und Josie Cremer. © BR / Claussen+Putz Filmproduktion

Andererseits liegt Leitmayr immer wieder richtig, wenn er den verdächtigen Architekten auseinandernimmt, sei es im Verhör oder in Mutmaßungen. Dabei soll ja angeblich der Batic immer der Bauchmensch sein. Schon bald nach der ersten Toten gibt es eine weitere Frauenleiche. Es ist die Hausärztin des Architekten und zugleich die Dauergeliebte. Die Ärztin hat Jacobi beim ersten Mord ein Alibi gegeben und vor kurzem den Kommissaren beim Verhör noch verschärften Unterricht in bestimmten Beziehungskisten erteilt. "Mein Mann", sagt sie, wenn sie von Jacobi spricht und erklärt den darob verdutzten Kommissaren: "Wir wohnen nicht zusammen."

Die Ermittler wiederum erahnen und wissen viel über Jacobis Frauen und die von ihnen abgegebenen Alibis. Sogar die Anzahl der Frauen - bisher drei, oder vier? - zählen sie sehr ordentlich an ihren Fingern ab. Alles läuft bei diesem Whodunit-Krimi sehr glatt und schreitet voran, zumal der Herr Architekt auch sehr freimütig seine restlichen Lieben nennt.

Heike Gonzor wird befragt. © BR / Claussen+Putz Filmproduktion

Da lässt sich's trefflich recherchieren - die Frauenbefragung wird zum Kriminalisten-Flirt. Jegliche Formen der freien Liebe werden durchdekliniert bis zu jenem Gipfel, den die Psychotherapeutin im Damenflor erklommen hat: Ihre Beziehung zu Jacobi sei offen - alle Beteiligten wüssten davon. "Ich bin polyamor", lässt sie wissen, und drückt Batic ein Messband in die Hand, an dem er sich den statistischen Rest seines (Liebes-) Lebens abschneiden kann. Da bleibt nicht viel, wie Batic später Leitmayr unzweideutig demonstriert.

Man verrät sicher nicht zu viel, wenn man sagt, dass auch hier zumindest einer der Mörder mal wieder der Gärtner war. Und was soll man sagen: Die Pointen sitzen, die Handlung ist bis ins Detail fein ausbalanciert, die Rollen stimmen wie selten bis in die letzte Bank hinein, und sogar die paar Münchner Postkartenbilder lassen sich gut verschmerzen.

Wilfried Geldner
Teleschau Mediendienst
 
 


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