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Der König der Gosse

Soweit alles in Ordnung

Es wird unheimlich viel gequasselt in diesem TATORT, dem zweiten mit dem neu formierten Team aus Dresden. Das meiste ist sogar ausgemachter Unfug. Ein Ammenmärchen reiht sich an das nächste, da die Kommissarinnen Henni Sieland und Karin Gorniak ihre Pappenheimer nach Tatzeit-Alibis befragen. "Wo waren Sie gestern Nacht?" - "Gibt es dafür Zeugen?" Das sind fraglos die Zutaten für einen papierraschelnden TATORT-Langweiler der staubigsten Sorte. Wenn aber der "Stromberg"-Erfinder Ralf Husmann die Dialoge geschrieben hat, ist verlässlich das glatte Gegenteil der Fall. Dann heißt es Stifte spitzen und Papier bereitlegen. Denn der Obdachlosen-Krimi "Der König der Gosse" strotzt nur so vor zitierfähigen Bonmots.

 

Beweis gefällig? "Er war am Porzellantelefon", "Ich hab den Topf umarmt", "Er hat Würfelhusten gehabt" - wer könnte aus dem Stegreif schon so viele fantasievolle Umschreibungen für das menschliche Erbrechen abfeuern?

Die drei sprachbegabten Clowns, die in einer zum Schießen lustig orchestrierten Kakophonie von einer übel geendeten Nacht im Nobelrestaurant berichten, sind die Obdachlosen Eumel, Platte und Hansi, ein Dreigestirn des Wahnsinns. Gerade haben die selbsternannten "Security"-Beauftragten die Polizei alarmiert, weil ihr Mentor, der Sozialunternehmer Hans-Martin Taubert, eine Brücke hinuntergestürzt ist. Die ungewaschenen Strolche wollen einen Mordversuch beobachtet haben. Doch weitere Tatzeugen oder Spuren lassen sich erst mal nicht ausmachen.

 

Mal nicht wie üblich mit den Mitteln der Frontalpädagogik, sondern sehr raffiniert durch die Hintertür kommt in dem von Dror Zahavi inszenierten Film der soziale Zeigefinger. Das übergeordnete Thema, kunstvoll zurückgebunden an Brecht: Wie geht eine Gesellschaft mit den Schwächsten um? Mit den vielen Flüchtlingen zum Beispiel. Aber eben auch mit einheimischen Mittellosen ohne Dach über dem Kopf. Und ist es wirklich der Altruismus, der Sozialunternehmer wie den verunglückten Taubert antreibt? Oder ist die privatisierte Armenhilfe nicht auch längst ein Geschäft?

Der Sozialguru, eine schillernde Figur, verstirbt nach einem Anschlag auf sein Krankenzimmer bald im Spital. Sieland und Gorniak nehmen den Bruder ins Visier, einen einsilbigen Inkassounternehmer, der pikanterweise selbst in der Kreide stand - beim Mordopfer nämlich. Ziemlich ruppig und von privaten Verwerfungen genervt nehmen die Powerkommissarinnen manche Räuberpistole zu Protokoll. Dass sie einem Chef zuarbeiten, der sie für "Kampfamazonen" hält, bessert nicht die Stimmungslage.

 

Der Revierleiter Peter Michael Schnabel war schon beim Dresdner Debüt-TATORT vor einem halben Jahr die Hauptattraktion. Nun erhärtet sich der Verdacht, dass Ralf Husmann und Co-Autorin Mika Kallwass da einen "Stromberg 2.0" entwickelt haben. Auch Schnabel ist ein an den postpatriarchalen Zeiten verzweifelnder Choleriker-Chef. Ein strauchelnder Macho mit Fettnapf-Abo und großem Liebesbedürfnis. Fast tragisch, dass die so zutrauliche Frau Lohkamp vom Betrug verheiratet ist.

Eine reine Witzfigur ist der Mann, der seinen Kaffee aus der "Schnabel-Tasse" trinkt, trotzdem nicht. Wenn's drauf ankommt, ist der Trenchcoatkommissar alter Schule mit Verve zur Stelle. Zum Beispiel beim verschlagenen Nobelrestaurantkellner: "Hier ist alles in Ordnung", wiegelt der Italiener ölig ab - "Nee, wissen Sie. Das ist das Schöne an Deutschland", weiß es Schnabel besser: "Hier ist nie alles in Ordnung. Irgendwas ist immer." Stimmt natürlich, aber wir halten es trotzdem lieber mit dem Südländer. In diesem Dresdner TATORT ist außerordentlich viel in Ordnung. Als Fazit darf das reichen.



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