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HAL

Real ist nur der Tod

Sci-Fi-Erzählung, Kubrick-Hommage, Technologiesatire und ja - auch ein Kriminalfall: Autorenfilmer Niki Stein geht dem Big-Data-Phänomen mit zwei analog sozialisierten Kommissaren auf den Grund. Die Armen!

 

Wenn nach wenigen Filmminuten ein geworfener Ast in Zeitlupe durch die Luft rotiert wie der berühmte Knochen in Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum", ist schlagartig klar, was dieser seltsame Episodentitel bedeuten soll: HAL zitiert ganz offenbar den gleichnamigen mörderischen Bordcomputer aus dem stilprägenden Weltraumepos von 1968. Niki Stein, ein Autorenfilmer mit ausgeprägtem sozialem Sendungsbewusstsein, hat, wenn man so will, den ersten Science-Fiction-Film der TATORT-Geschichte gedreht. Der funktioniert auf ganz vielen Ebenen zugleich: als Stuttgarter Kriminalerzählung, als parabelhafte Technologiesatire und als Verbeugung vor einem der ganz großen Klassiker des Kinos. Potzblitz! Wann kriegt man für sein Gebührengeld schon mal so viel auf einmal geboten?

Nun gut - dass nicht alle Krimifans diesen forschen Bruch mit den Sonntagssehgewohnheiten goutieren werden, dürften Stein und der SWR einkalkuliert haben. Tatsächlich lehnt sich die HAL-Episode in diesen experimentierfreudigen Tagen schon besonders weit aus dem Fenster der Erwartungshaltung.

 

Vor allem die Szenenbildner durften sich austoben. Stuttgart ist in diesem flirrenden Sci-Fi-StĂĽck mit Hologrammen, Fixie-Bikes und Designersesseln merklich aufgehĂĽbscht worden - auch wenn es keinen expliziten Hinweis darauf gibt, dass die Handlung in der Zukunft spielt. Die satirisch ĂĽberspitzt formulierten BezĂĽge weisen eh in die Gegenwart, zu Big Data, sozialen Netzwerken und KĂĽnstlicher Intelligenz. Die SchlĂĽsselfrage: Sind wir noch Herr der Technologie, die uns umgibt?

Und doch ist es wohlgemerkt eine Frau aus Fleisch und Blut, die gewaltsam zu Tode kommt. Für die Aufklärung des Verbrechens irren die Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz dann aber eineinhalb Stunden lang ziemlich irritiert durch die digitale Parallelwelt, wo viele Fallstricke und rhetorische Provokationen auf sie warten: "Was ist schon real?" - Am Ende nur der Tod?

Nicht leicht für zwei analog sozialisierte Polizisten, auf virtuellen Datenpfaden zu ermitteln, wer die Tänzerin und Schauspielschülerin Elena Stemmle umgebracht hat. Die erstaunlich luxuriös lebende Schönheit hatte ihr Einkommen durch Liebesdienste aufgebessert, die sie über eine Dating-Plattform mit Sitz in Florida vermarktete.

 

Einer ihrer zahlenden Kontakte: der Software-Entwickler David Bogmann. Der arbeitet mit seiner Co-Geschäftsführerin Mea Welsch gerade an der großen Cyber-Revolution. Die beiden haben ein selbstlernendes Überwachungsprogramm namens Bluesky entwickelt, das Gefahren abwenden soll, aber längst selbst zur Gefahr geworden ist. Die Schöpfung wendet sich maliziös gegen den Schöpfer - sehr geistreich, sehr mutig, sehr provokant, sehr motivsicher, wie die Kubrick-Pointe in einen Ländle-TATORT verfrachtet wurde.

"Wir sind gerade dabei, unsere Souveränität zu verlieren, und merken das noch nicht mal", mahnt Niki Stein (den man mit Fantasie im virtuellen Affenantlitz des Bluesky-Programms erkennen könnte): "Wenn Sie so wollen: 'Twitternd' in die Versklavung!" Das ist doch mal eine herrlich steile These, an der sich die TATORT-Fans abarbeiten dürfen. Gerne natürlich auch über die einschlägigen sozialen Medien.



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