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Die Geschichte vom bösen Friederich

Ein arger Wüterich

Mit viel Fantasie sieht er ihm sogar ein bisschen ähnlich, dem "bösen Friederich" aus dem "Struwwelpeter". Der brachialpädagogische Kinderbuchklassiker steht gemäß Titel Pate für diesen parabelhaften TATORT, der dem Österreicher Nicholas Ofczarek die ganz große Schurkenbühne bietet. Der Film- und Theaterschauspieler mit der Vorliebe fürs Extreme geht förmlich auf in der schillernden Dämonenrolle: Er wütet und droht, vögelt und mordet, charmiert und manipuliert.

 

In der ewigen Hitliste der schlimmsten TATORT-Psychos ist dem unlängst wiedergekehrten "stillen Gast" Kai Korthals aus Kiel ein echter Konkurrent erwachsen: und zwar in Frankfurt, wo das seit vergangenem Jahr amtierende Duo Anna Janneke und Paul Brix nun ein erstes echtes Ausrufezeichen setzt. Es ist ein TATORT, der in einer guten Tradition des Hessischen Rundfunks steht, die Wurzeln des Bösen wagemutiger auszuleuchten, als es bei den übrigen ARD-Anstalten an der Tagesordnung ist. Das Böse, Weil sie böse sind und Es ist böse hießen in der Vergangenheit markerschütternde HR-TATORTe zum Thema. Jetzt schlägt da also ein "arger Wüterich" eine Schneise der Gewalt in den Sonntagabend.

Im berühmten Buch des Frankfurter (!) Psychiaters Heinrich Hoffmann reißt der "böse Friederich" den Fliegen die Flügel aus, und er traktiert den Hund mit der Peitsche. Über den TATORT-Widergänger dieses jugendlichen Flegels heißt es einmal, er habe als Kind Kaninchen angezündet, um zu erfahren, wie sich Schuld anfühlt. Doch ein solches Bewusstsein hat er wohl trotzdem nicht entwickelt. Nach soeben abgebrummter Haftstrafe wegen des Mordes an seiner Freundin lockt der offenbar schwerst gestörte Psychopath Alexander Nolte einen willkürlich ausgewählten Obdachlosen in einen dunklen Hinterhof, um ihm unvermittelt ein Messer in den Bauch zu rammen. Einfach so.

 

Ein Motiv zu dieser Tat gibt es nicht. Der Obdachlose ist dem mitleidlosen Mörder völlig egal. Alexander Nolte hat es eigentlich auf die Kommissarin Janneke abgesehen. Das psychiatrische Rechtsgutachten der damals noch als Polizeipsychologin tätigen Kripo-Quereinsteigerin hatte ihm vor 20 Jahren die Höchststrafe eingebracht. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung nähert sich der hoch manipulative Mann nun der alten Gegenspielerin mit einer Mischung aus Rachsucht und erotischer Obsession. In seiner Behausung schnüffelt er an einem alten Taschentuch, in dem Jannekes Lippenabdruck verewigt ist, und er leckt an Fotos der Kommissarin, die er zu einem schaurigen Collagekunstwerk an die Wand geklebt hat. Beim Onanieren im Knast, schmachtet er der Polizistin entgegen, habe er meistens an sie gedacht.

Janneke weiß zu gut, zu was dieser kalt mordende, aber, wenn's opportun ist, eben auch kultiviert auftretende Psychopath imstande ist. Doch gegen ihre Warnungen formiert sich Widerstand: vonseiten des idealistischen Vorgesetzten Noltes, einem Dentallaborleiter, und vor allem vonseiten seiner Psychologin Helene Kaufmann, die sich wie eine Lämmermutter vor den schweinsbäuchigen Wolf im Schafspelz stellt und ihn nachts in ihr Bett lässt.

 

Es ist ein ebenso morbides wie gewagtes Stück, das Volker Einrauch und Hermine Huntgeburth philosophisch aufgeladen einer bloß realitätsgetreuen Beschreibung der Dinge enthoben haben. Die Geschichte vom bösen Friederich ist ein artifizieller, aber keinesfalls theaterhafter Krimi, der das Kunststück schafft, den Schurken schillern zu lassen, ohne die Kommissare zu Nebenfiguren zu degradieren. Anna Janneke, die eigenwillige Frau mit dem Äußeren einer Töpferkursleiterin und dem Wagemut einer Löwin, und Paul Brix, der charismatische Solitär, der in einem Meer der Lebenserfahrung treibt, gewinnen in diesen 90 Minuten sehr an Kontur.

Nach ihren ersten beiden Auftritten wusste man die beiden noch nicht so recht in eine Schublade einzusortieren. Das weiß man zwar jetzt noch immer nicht, wohl aber, dass dieses Duo im Einzelfall zu Großem imstande ist.



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