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Heute ist der: 15.12.2017.
 

Hundstage

Faustrecht der Peripherie

Man muss sich als Zuschauer in diesen kalten Januartagen gedanklich erst mal hineinversetzen in den neuen TATORT aus Dortmund. Der spielt nämlich im Hochsommer. Die "Hundstage" geben der Episode den treffenden Titel, und sie erhitzen die Gemüter der Menschen im Pott. Als hätte das Chaos-Team um den Parka-Kaputtnik Faber je einen meteorologischen Anlass gebraucht, um sich gegenseitig an den Kragen zu gehen.

Die ex-liebenden Nora Dalay und Daniel Kossik. © WDR / Wolfgang Ennenbach

In der flirrenden Hitze des Dortmunder Sommers gehen nun aber letzte Hemmungen über Bord. All der aufgestaute Lebensfrust entlädt sich in Raufhändel und sexuelle Regungen der ruppigen Art. Faustrecht der Peripherie.

Der höchst intensive Fall, den der Krimi-Könner Stephan Wagner nach einem Buch von Christian Jeltsch inszeniert hat, ist überdies bestens geeignet, Salz in die mannigfaltigen Lebenswunden der Kommissare Peter Faber, Martina Bönisch, Nora Dalay und Daniel Kossik zu streuen. Schließlich geht es um eine Familientragödie. Ein angeschossener Mann ertrinkt nachts im Hafenbecken. Eine ums Leben paddelnde Frau namens Judith Stiehler, eine Nichtschwimmerin, wie sich zeigt, wird vom herbeigeeilten Faber gerade noch aus dem Wasser gefischt.

Das wohl dysfunktionalste Ermittlerteam im TATORT-Verbund kommt aus Dortmund. © WDR / Wolfgang Ennenbach

Ein 14 Jahre alter Vermisstenfall, an den Kommissarin Bönisch traumatische Erinnerungen hat, verband die beiden Menschen aus dem Wasser. Damals verschwand der kleine Sohn der Eheleute Dehlens spurlos. Jetzt ist der Vater tot, ermordet, und die Mutter weiterhin felsenfest überzeugt, dass der inzwischen pubertierende Sohn jener prekär lebenden Judith Stiehler eigentlich der ihre ist. Der verweigert sich indes dem DNA-Test, was es nicht einfacher macht zu rekonstruieren, was in der Tatnacht geschah.

Fürwahr ein komplexes Rätsel. Mindestens ebenso spannend ist indes, was drumherum geschieht. In loser Aufzählung: Faber, gegen den Kollege Kossik Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht hat, brüskiert den Polizeipsychologen. Faber kriegt vom Kollegen Kossik aufs Maul und haut zurück. Faber schreit nachts am Hafen seine Ängste heraus. Faber will einen schwarzafrikanischen Augenzeugen vernehmen und lässt sich (O-Ton) "den Schwatten" bringen. Faber flirtet besoffen im Dienstwagen die gleichfalls besoffene Kollegin Bönisch an, verweigert dann aber den Sex. Faber löst am Ende einen weiteren Mordfall. Nach nunmehr acht Dortmunder TATORT-Folgen, die mit der Zeit immer besser wurden, ist man soweit zu sagen: Möge er damit noch sehr lange weitermachen.



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