Für Ulrike Folkerts stellt sich der Verzicht auf diese oft so bemüht wirkende Rahmenhandlung als Vorteil heraus. Lena Odenthal verbraucht sich nicht. Und Gleiches gilt für die in Kassel geborene Schauspielerin, die ihre Karriere 1987 unter der Regie von Ralf Huettner ("Das Mädchen mit dem Feuerzeug") begann.
Wunsch beim Haussender erhört
"Ich bin eine Insel" hieß einer der vielen TV-Filme, in denen sie zuletzt spielte: eine traumatisierte Lehrerin, die auf ein zehnjähriges Mädchen trifft und eine Art Freundschaft schließt. "Keine Pistole, keine Polizei, keine Verbrecherjagd", hatte sich Ulrike Folkerts von ihrem Haussender, dem SWR, lediglich gewünscht, und der war ihr endlich entgegengekommen.
Es sind nicht die Zuschauer, die die Folkerts festlegen, es war lange Zeit die Branche selbst. Sie versuchte gegenzusteuern. "Natürlich ist die Branche ein Stück weit unmutig. Man signalisiert mir, wer so oft und so lange TATORT macht, wird so stark identifiziert mit seiner Rolle, dass es schwierig wird, andere gute Rollen zu kriegen. Aber das kann und will ich nicht akzeptieren."
Sat.1 hörte da auch genau hin ... und ließ sie gar schwanger werden. In der flotten Komödie "Liebe in anderen Umständen" (Di., 13.10., 20.15 Uhr) bricht der Regisseur Hansjörg Thurn mit dem gängigen Folkerts-Bild der burschikosen Polizistin. Hinzu kamen zuletzt der starke Soldatenheimkehrer-Film "Willkommen zu Hause" (ARD / SWR) oder auch der ZDF-Dreiteiler "Die Rebellin".