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"Zum Heulen gut!"

Judith von Sternburg schreibt in der Frankfurter Rundschau am 4. Oktober 2008 über einen TATORT, den man eigentlich nur loben kann:

Dabei kann man den neuen Ludwigshafener SWR-Tatort eigentlich nur loben. Er ist so ernst, und Lena Odenthal ist so erschüttert, und Ulrike Folkerts - die sich ihre Haare hat weiter wachsen lassen - zeigt diese Erschütterung so unverziert. Auch die heillos verzweifelte Mutter des sterbenden Mädchens wird von Susanne Lothar so überzeugend gespielt, dass man das Szenario vor sich sieht. (...)

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist dieser TATORT sensationell, weil er letzte Grenzen wohlig vertrauter Sonntagabend-Krimi-Stimmung sprengt (...). Oder dieser TATORT bewegt sich am Rande der Unverschämtheit, weil er auf den Gefühlen der Zuschauer herumklimpert wie auf einem Klavier. Weil er dabei außerdem den Anschein erweckt, als sei es ihm um wichtige Themen zu tun - Sterbehilfe, die Krankheit Mukoviszidose, die Hilflosigkeit gegenüber dem Tod. Aber bei genauerer Hinsicht hat er gar nicht viel dazu zu sagen. Außer dass das alles wahnsinnig schwierige Sachen sind und Kollege Kopper (Andreas Hoppe) in diesem Fall vielleicht nicht ganz auf der Höhe der Diskussion ist. Er kennt allerdings das sterbende Mädchen nicht. (...)

Diesen TATORT mögen die einen Menschen preisen und bewundern. Für die anderen ist er nicht auszuhalten.

Bernd Pickert schreibt am 3. Oktober 2008 in der taz über einen bewegenden Film von Aelrun Goette:

TATORT-Debütantin Aelrun Goette ist ein bewegender Film gelungen. (...) Der kriminalistische Plot des SWR-TATORT ist schlüssig, aber austauschbar. Die emotionale Spannung bezieht der Film aus der Begegnung von Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) mit Katja und Julia Frege.

Im Tagesspiegel schreibt Markus Ehrenberg am 5. Oktober 2008 über einen emotionalen TATORT:

In einer der berührendsten Szenen in diesem ohnehin sehr emotionalen TATORT sagt Julia zu ihrer alleinerziehenden Mutter: "Ich kann nicht mehr." (...)

Buch (André Georgi), Regie und Schauspielern ist es zu verdanken, dass dieses vermeintliche Tabu-Thema vor einem Millionenpublikum in einer angemessenen Form behandelt wird. Nie war Ludwigshafen so fahl. Farben wie rausgezogen, braunstichige Bilder, leere Straßen, Nieselregen. Das spärlich möblierte Kasten-Haus, indem der verdächtige Anwalt mit seiner hochschwangeren Frau lebt, wirkt mehr dem Tode geweiht als das röchelnde Mädchen in seinem bunten Zimmer mit seinen technischen Apparaten und dem liebevollen Bruder auf der Bettkante, der seine Schwester immer wieder nach dem Jenseits fragt. (...)

Das Schlagwort von gesellschaftlicher Relevanz wird öfters bemüht, selten jedoch lagen beim TATORT Fiktion und Wirklichkeit so nahe beieinander. (...)

Ein erschütternder Krimi. Auch der Zuschauer hält diesen Film nicht immer so einfach aus. Aber es lohnt sich. Schon wegen des Moments, in dem die beiden Kinder, die Geschwister, für immer voneinander Abschied nehmen.

Stefan Czernin schreibt am 4. Oktober 2008 in der Bönnigheimer Zeitung über anderthalb Stunden intelligente Unterhaltung:

Sensibel, aber nicht gefühlsduselig erzählt Regisseurin Aelrun Goette die Geschichte, in der das eigentliche Verbrechen schnell zur Nebensache wird. (...)

Der Zuschauer lernt die sonst so starke Kommissarin Lena Odenthal in "Der glückliche Tod" von einer bislang kaum bekannten Seite kennen, verletzlich, weinend und manchmal ratlos. (...)

Weit entfernt von einseitiger Parteinahme und Kitsch greifen Goette und das Darstellerensemble das Thema "Sterbehilfe" auf. Herausgekommen sind anderthalb Stunden intelligente Unterhaltung.

Im Hamburger Abendblatt schreibt Karolin Jacquemain am 4. Oktober 2008 über einen TATORT, der nur sehr vordergründig einen Kriminalfall erzählt:

...vielmehr reflektiert er das Thema Sterbehilfe anhand des Schicksals eines neunjährigen Mädchens. (...)

Die Verzweiflung der handelnden Figuren diktiert das Filmgeschehen, und der einzige "Lichtblick" ist die kindlich-unbefangene, ja, fast tröstliche Art, mit der Julia und ihr kleiner Bruder dem Tod begegnen. Einer Antwort auf das polarisierende Thema Sterbehilfe verweigert sich der Film, ganz so, wie Regisseurin Goette es angelegt hat.

Am 30. September 2008 schreibt digitalfernsehen.de über eine sehenswerte schauspielerische Leistung im neuen TATORT:

Zwar mag die Krimihandlung nicht immer ganz zu überzeugen, besonders sehenswert ist aber die Leistung von Susanne Lothar als Mutter, die ihr todkrankes Kind auf dem letzten Weg begleiten muss. Auch Lena Odenthal darf sich in dieser Folge von ihrer weichen Seite zeigen, während ihr Assistent Kopper (Andreas Hoppe) kein Verständnis für Sterbehilfe hat.

Sabine Kleyboldt schreibt am 1. Oktober 2008 auf hwelt.de über einen lohnenden TATORT:

Der Fall sticht sicherlich aus den anderen in den 19 Jahren der Lena Odenthal hervor. Die Kommissarin - statt forscher Kurzhaarfrisur trägt sie das Haar lang gelockt - darf sich weiblicher geben, Emotionen zeigen und sogar weinen. (...)

"Der glückliche Tod" ist ein lohnender TATORT, der durch differenzierte menschliche und argumentative Darstellung überzeugt.

Frank Kober schreibt am 4. Oktober 2008 in der Märkischen Allgemeinen über einen Krimi, der uns Zuschauer in eine echte Gewissenskrise drängt:

Eine erschütternde Geschichte. Vor allem eine von der Art, die im Fernsehen ganz schnell zu einem rührseligen Brei verkommen kann. Doch nicht heute Abend. Denn André Georgi (Buch) erzählt seinen melodramatischen Krimi mit so viel Fingerspitzengefühl, dass er uns Zuschauer in eine echte Gewissenskrise drängt. Wie lange können wir das Sterben eines geliebten Menschen ertragen? Sollte nicht auch bei uns die Sterbehilfe legalisiert werden?

Und ist die Story allein schon ziemlich heftig, so versteht es Regisseurin Aelrun Goette, daraus einen tiefgründigen, aber keineswegs larmoyanten Fernsehfilm zu zaubern. Wie in "Unter dem Eis" (Grimme-Preis 2007) ? mit Mut zum Tabubruch und indem sie selbst Stars wie Folkerts, Lothar und Giering an die Grenzen ihrer Schauspielkunst treibt. Ein erschütternder TATORT. Zum Heulen gut!

Eric Leimann von der Teleschau über emotional harte Szenen im TATORT:

Während Lena Odenthal anfangs gewohnt nüchtern ermittelt, ist ihr Kollege Kopper (Andreas Hoppe) längst auf 180. Für ihn ist Sterbehilfe völlig inakzeptabel. (...)

Vor allem die Szenen in der Familie des sterbenden Kindes gehören zum emotional Härtesten, was man bislang im TATORT gesehen hat. Neben der überragenden Susanne Lothar als Mutter sind hierfür auch die Darsteller ihrer Filmkinder verantwortlich, Stella Kunkat als Julia und Jannis Michel als kleiner, gesunder Bruder - dem jüngsten und tröstlichsten ihrer Begleiter.

TV Spielfilm meint, dass der eigentliche Krimi-Plot in den Hintergrund gedrängt wird:

Susanne Lothar gibt eine furiose Schmerzensfrau in einem Drama, das den eigentlichen Krimi-Plot in den Hintergrund drängt. Das Finale trägt dick auf, liefert aber einen bedenkenswerten Kommentar zum komplexen Thema.

Prisma-online.de meint zum TATORT "Der glückliche Tod", dass Aelrun Goette das ernste Thema nicht spektakulär anpackt:

Regisseurin Aelrun Goette ("Die Kinder snd tot", "Unter dem Eis") greift dieses ernste Thema in ihrem Kriminalfilm nach dem Drehbuch von André Georgi ("Bella Block: ... denn sie wissen nicht, was sie tun") auf, ohne es jedoch spektakulär oder auch nur spannend anzupacken.

Zusammenstellung: Tobias Berger



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